Paysafecard-Wettanbieter in der Schweiz: was der Prepaid-Code kostet und wer ihn akzeptiert
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Aktualisiert am Oktober 19, 2026, geprüft gegen die Bewilligungslage der Gespa (Eidgenössische Spielbankenkommission) und die Spielregeln von Swisslos Sporttip und Loterie Romande.
Was kostet paysafecard beim Wetten – und wer nimmt sie überhaupt?
Wer in der Schweiz Sportwetten platzieren will, hat zwei Wege: das Spielguthaben direkt bei Swisslos Sporttip oder Loterie Romande aufladen, oder bei einem ausländischen Anbieter einzahlen. Ein Prepaid-Code wie paysafecard funktioniert nur auf dem zweiten Weg, denn die Schweizer Veranstalter verkaufen ihre eigenen Prepaid-Tickets – bei der Loterie Romande heissen sie «Pre-pay Loro.ch» und sind zu 20, 50, 100 und 200 Franken erhältlich, Swisslos nutzt Einzahlungsschein und PostFinance Pay fürs Wallet. Die Idee, anonym und ohne Bankkonto zu wetten, klingt verlockend. Sie hat aber drei Rechnungen: die paysafecard-Gebühren, den fehlenden Schweizer Schutz und die Marge, die in jeder Quote steckt.
Die folgende Übersicht fasst die drei Kostenpunkte zusammen, die auf den ersten Blick harmlos wirken, auf den zweiten aber entscheiden, was vom Einsatz übrig bleibt. Sie steckt im Zahlweg selbst, im rechtlichen Rahmen und im Markt der Quoten.
Verlustlimiten und Spielsperre – der Schutz, den ein Prepaid-Code nicht ersetzt
Wer bei Swisslos Sporttip oder Loterie Romande mitmachen will, legt vor der ersten Wette Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage fest. Die Oberlimite beträgt CHF 9’999, für unter 21-Jährige höchstens CHF 1’000. Eine Senkung des Limits greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen. Diese Schwellen sind keine Schikanen: Sie definieren, wie viel Geld ein Konto im schlimmsten Fall verlieren kann, bevor das System stoppt.
Spielsperren funktionieren produktbezogen und zeitlich begrenzt. Bei Swisslos kann sich eine Person selbst für 1 bis 180 Tage aussperren, ohne Möglichkeit der vorzeitigen Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt zugleich für Casinos und Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Freiwillige Sperren unter sechs Monaten müssen vom Veranstalter angeboten werden, eine Aufhebung vor Ablauf ist gesetzlich ausgeschlossen. Wer gesperrt ist, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn – das Gesetz untersagt die Auszahlung ausdrücklich.
Was ein Prepaid-Code wie paysafecard in diesem Schutzgefüge leistet: nichts. Ein Code begrenzt die Einzahlung auf den Wert des Gutscheins, mehr nicht. Wer drei 50-Franken-Codes kauft, gibt 150 Franken aus, ohne dass das System weiss, dass es derselbe Mensch war. Die Verlustlimite des Spielkontos greift erst beim Wetten, nicht beim Kauf eines Gutscheins. Der Überblick über das eigene Spielverhalten entsteht nicht durch das Zahlmittel, sondern durch die gesetzlich vorgeschriebenen Limiten und die Sperre im Register. Prepaid-Zahlungen sind ein schlechter Ersatz für beides.
Für Minderjährige ist die Teilnahme ausgeschlossen. Die Loterie Romande verlangt bei der Registrierung eine Ausweiskopie (Vorder- und Rückseite), in besonderen Fällen einen Wohnsitznachweis, der nicht älter als vier Monate ist. Swisslos liest die Daten aus dem hochgeladenen Ausweis aus und gleicht sie mit Adressdatenbanken ab. Pro Person ist nur ein Konto erlaubt. Diese Pflichten gelten für die Schweizer Veranstalter; ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung muss sie nicht erfüllen.
Bonusbedingungen bei Schweizer und ausländischen Wettanbietern mit paysafecard
Die Schweizer Veranstalter bieten kaum Aktionen, die den Bonus-Begriff füllen, den ausländische Buchmacher prägen. Swisslos und Loterie Romande dürfen Gratisspielguthaben und Freiwetten nur mit vorgängiger Zustimmung der Gespa vergeben: Im Jahr 2025 erteilte die Aufsicht 24 Einwilligungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Eine typische Aktion der Loterie Romande war «JouezSport – Patinoires et Stades» vom 17. Dezember 2025 bis 10. März 2026: Wer innert sieben Tagen den in den National-League-Stadien verbreiteten Code im verifizierten Konto eingab, erhielt CHF 10 Spielguthaben, 7’000 Stück insgesamt, 30 Tage gültig, nicht auszahlbar.
Gratisspielguthaben aus Promotionen ist bei beiden Veranstaltern nicht auszahlbar. Es lässt sich nur für Wetten verwenden und verfällt am Ende der Frist. Ein «Bonus» im klassischen Sinn – Einzahlung verdoppeln, Umsatzbedingungen erfüllen – existiert bei Swisslos und Loterie Romande nicht. Wer mit paysafecard bei einem ausländischen Anbieter einzahlt, trifft dort auf die üblichen Bonusstrukturen: Einzahlungsbonus mit Umsatzbedingung, Gratiswette, dessen Einsatz bei einem Gewinn nicht zurückbezahlt wird, Cashback, erhöhte Rechnerins auf ausgewählte Märkte. Jede dieser Aktionen hat Bedingungen, die darüber entscheiden, was sie wert ist.
Die Bedingungen, die einen Bonus teuer machen, sind dieselben überall: die Umsatzforderung, die Mindestquote für qualifizierende Wetten, die Frist und der maximale Gewinn aus einer Gratiswette. Eine Umsatzforderung von «5x Bonus» heisst: fünfmal den Bonusbetrag in Wetten umsetzen, bevor eine Auszahlung möglich ist. Wer nicht innerhalb der Frist umsetzt, verliert Bonus und Gewinne. Eine Gratiswette, deren Einsatz bei einem Gewinn nicht zurückbezahlt wird, ist bei einer Quote von 3.0 gerade einmal den Bonusbetrag mal 0,67 wert. Ein «risikofreier» Einsatz, der als Gratiswette statt als Bargeld erstattet wird, kostet die erneute Erfüllung der Umsatzbedingung. Wer die Zahlung mit paysafecard leistet, hat am Ende einen Gewinn, der auf das eigene Bankkonto ausgezahlt werden muss – ein ausländischer Anbieter zahlt nicht auf einen paysafecard-Code zurück.
Die Schweizer Veranstalter verzichten auf diese Mechanik. Das ist kein Zufall: Die Gespa prüft jede Promotion auf Eignung, die Werbung darf nicht irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Glücksspiele ist verboten und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft. Ein ausländischer Anbieter, der mit paysafecard-Zahlungen Schweizer Kunden wirbt, bewegt sich genau in diesem verbotenen Bereich. Wer dort einzahlt, hat im Streitfall keinen Schweizer Schutz: keine Spielsperre im Register, keine Verlustlimiten-Pflicht, keine Auszahlung an eine Schweizer Aufsicht.
Zahlungsabwicklung mit paysafecard – Gebühren, Limits und Auszahlung
paysafecard wurde im März 2000 in Wien gegründet, gehört seit August 2015 zur Paysafe Group und wird in der EU seit dem 29. Oktober 2019 unter einer irischen E-Geld-Lizenz ausgegeben. Der Code funktioniert wie ein Bargeld-Ersatz: Gutschein kaufen, 16-stelligen Code beim Wettanbieter eingeben, Guthaben wird dem Konto gutgeschrieben. Was nicht jeder weiss: Der Code hat ein Verfalls- und Gebührensystem, das den Einsatz unbemerkt schmälert.
Für einen Gutschein fällt 30 Tage nach dem Kauf eine monatliche Gebühr von 4 € an, vermeidbar durch die Registrierung eines PaysafeCard-Kontos. Wer kein Konto anlegt und den Gutschein nicht innerhalb eines Monats verbraucht, zahlt jeden Monat 4 € – bis das Guthaben aufgebraucht ist. Für ein registriertes Konto werden ab dem 13. Monat ohne Kontotransaktion 2 € pro Monat berechnet. Der Rücktausch von paysafecard-Guthaben auf ein Bankkonto kostet 5 % des Auszahlungsbetrags, höchstens 5 € pro Rücktausch.
| Kostenposition | Betrag | Wann |
|---|---|---|
| Monatliche Gebühr Gutschein | 4 € pro Monat | ab 30 Tagen nach Kauf, ohne registriertes Konto |
| Monatliche Gebühr Konto | 2 € pro Monat | ab 13. Monat ohne Transaktion |
| Rücktausch auf Bankkonto | 5 % des Betrags | pro Rücktausch, maximal 5 € |
Wer mit paysafecard einzahlt, hat danach ein zweites Problem: die Auszahlung. Gewinne aus Sportwetten werden nicht auf einen neuen paysafecard-Code ausgezahlt, sondern auf ein Konto, das auf den eigenen Namen lautet. Schweizer Veranstalter zahlen auf Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonten. Swisslos zahlt das Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gewinne bis CHF 1’000 werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben, Gewinne darüber innert 3 Arbeitstagen auf das Bankkonto überwiesen. Die Loterie Romande erlaubt Einzahlungen von höchstens CHF 10’000 pro 30 Tage und ein Wallet-Guthaben von höchstens CHF 10’000; Gewinne bis CHF 1’000 netto gehen ins Wallet, darüber auf die angegebene IBAN.
Die Schweizer Veranstalter kennen paysafecard nicht als Zahlweg. Swisslos lädt das Wallet per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein auf, Mindestbetrag CHF 20, in 30 Tagen höchstens CHF 10’000, ein Kauf nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. PostFinance Pay ist eine weitere Option. Die Loterie Romande verkauft ihre eigenen Pre-pay-Tickets zu 20, 50, 100 und 200 Franken, ein Jahr gültig, in einem Betrag dem Wallet gutzuschreiben.
Wer also bei einem ausländischen Anbieter mit paysafecard einzahlt, nimmt drei Nachteile in Kauf: die paysafecard-Gebühren bei Nichtverwendung, die fehlende Schweizer Bewilligung und die Auszahlung auf ein eigenes Bankkonto, nicht auf einen neuen Code. Das ist kein Widerspruch zur Anonymität beim Kauf; es ist die Schweizer Pflicht, Gewinne dorthin auszuzahlen, wo sie herkommen: auf das eigene Konto.
Die besten Wettanbieter mit paysafecard in der Schweiz 2026: zwei Bewilligungen, der Rest ohne
Die Frage, wer paysafecard akzeptiert, hat in der Schweiz eine klare Antwort: niemand mit Schweizer Bewilligung. Die beiden einzigen Veranstalter, die Sportwetten anbieten dürfen, sind Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide verkaufen ihre eigenen Prepaid-Lösungen, nicht paysafecard. Ausländische Anbieter akzeptieren paysafecard, aber ohne Schweizer Bewilligung. Wer dort einzahlt, bewegt sich ausserhalb des Schweizer Schutzrahmens.
Einordnung der Anbieter
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / berichtete Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Grossspiel-Bewilligung (BGS) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Grossspiel-Bewewilligung (BGS) | Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne |
| Ausländische Anbieter mit paysafecard | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz (Malta, Curaçao etc.) – keine Gültigkeit in der Schweiz |
Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, mit Sitz in Lausanne (Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne) und 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz.
Ein Online-Konto bei einem der beiden ist nur möglich mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im jeweiligen Vertragsgebiet und ab 18 Jahren. Wer im falschen Kanton wohnt, kann bei keinem der beiden ein Konto eröffnen. Wer dort einzahlt, wo er wohnt, hat die volle Schweizer Spielerschutzmechanik: Verlustlimiten, Spielsperre im Register, Auszahlung auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bankkonto.
Swisslos Sporttip
Swisslos Sporttip ist der einzige bewilligte Sportwettenanbieter für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein. Die Veranstalterbewilligung und die Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51) decken das gesamte Sportwetten-Angebot ab, die Aufsicht führt die Gespa. Sporttip verlangt Mindestalter 18, eine Online-Registrierung mit Ausweis-Upload und Wohnsitz im Vertragsgebiet. Pro Person ist nur ein Konto erlaubt.
Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten ist CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.
Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.
Verdikt: Sporttip ist die einzige legale Sportwetten-Option für rund zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung. Wer dort einzahlt, hat die volle Spielerschutzmechanik, eine breite Palette an Sportarten und einen Cash-Out, der allerdings nicht garantiert wird. Wer ein paysafecard-Konto gewohnt ist, muss umlernen: Aufladen geht per Einzahlungsschein, PostFinance Pay oder andere Online-Zahlungsmöglichkeiten, Auszahlung erfolgt auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto.
Loterie Romande Jouez Sport
Jouez Sport ist das Pendant für die Romandie. Die Veranstalterbewilligung und die Spielbewilligung nach BGS decken das Angebot ab, die Aufsicht führt die Gespa. Wer in Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf oder Jura wohnt und volljährig ist, kann ein Online-Konto eröffnen. Die Registrierung verlangt eine Ausweiskopie, in besonderen Fällen einen Wohnsitznachweis (nicht älter als vier Monate). Pro Person ist nur ein Konto erlaubt.
Die Einzahlungslimite liegt bei CHF 10’000 pro 30 Tage, das Wallet-Guthaben bei höchstens CHF 10’000. Gewinne bis CHF 1’000 netto werden direkt dem Wallet gutgeschrieben, Gewinne darüber auf die angegebene IBAN überwiesen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Wettscheine mit einem Gewinn oder einer Einsatz-Rückerstattung bis CHF 200 können in jeder Jouez-Sport-Verkaufsstelle eingelöst werden; bei genügend Bargeld darf eine Verkaufsstelle bis höchstens CHF 2’000 auszahlen.
Die Promotion-Dichte ist niedrig, aber existent. Die Aktion «JouezSport – Patinoires et Stades» vom 17. Dezember 2025 bis 10. März 2026 verteilte an 7 Aktionstagen 7’000 Stück à CHF 10 Spielguthaben an Personen, die den in den National-League-Stadien verbreiteten Code innert 7 Tagen im verifizierten Konto eingaben.
Verdikt: Jouez Sport ist die einzige legale Option für die Westschweiz. Das Angebot an Promotionen ist kleiner als bei ausländischen Anbietern, dafür gibt es keine Umsatzforderungen, die ein Bonus-Guthaben binden. Wer mit Pre-pay loro.ch-Tickets zu 20, 50, 100 oder 200 Franken einzahlt, hat ein Jahr Zeit, sie zu nutzen. Das ist die einzige «Prepaid-Lösung», die in der Schweiz bewilligt ist.
Die Grundlagen zum Prepaid-Code und seine Grenzen in der Schweiz
Ein Prepaid-Code wie paysafecard ist ein bargeldloses Zahlungsmittel, das wie Bargeld funktioniert: Gutschein kaufen, Code eingeben, der Empfänger sieht eine Gutschrift. Die Paysafe Group, die paysafecard seit 2015 gehört, hat ihren Sitz in Wien und gibt die Codes unter einer irischen E-Geld-Lizenz aus. Der Vorteil liegt auf der Hand: keine Bankverbindung nötig, keine Bonitätsprüfung, keine persönlichen Angaben beim Kauf. Der Nachteil kommt mit den Gebühren und der fehlenden Schweizer Anbindung.

Wer in der Schweiz mit paysafecard einzahlt, zahlt bei einem ausländischen Anbieter ein. Das ist nach Art. 4 BGS eine Sportwette ohne Schweizer Bewilligung. Der Anbieter organisiert die Wetten rechtswidrig, auch wenn die Spielerin selbst straffrei bleibt. Stakes und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Schweizer Aufsicht, die bei einer auszahlungsverweigerung helfen würde. Die Gespa führt eine Sperrliste mit ausländischen Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren – Ende 2025 umfasste die Liste 671 Domains, genannte Beispiele sind Interwetten, Bet-at-Home und bet365.
Die Schweiz kennt keine Einzahlungsobergrenze pro Spieler. Die Gespa verlangt von den Veranstaltern, dass sie von diesen festgelegte Maximalwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Die Senkung gilt sofort, die Erhöhung nach 24 Stunden gesetzlich, nach 72 Stunden in den Bedingungen von Swisslos und Loterie Romande. Die Verlustlimite ist das, was beim Wetten zählt, nicht der Kauf eines Prepaid-Gutscheins.
Was darf in der Schweiz gewettet werden? Nur Sportereignisse. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows sind verboten. Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen (Version 10.09.2026); Qualifikationsrunden nur, wenn gelistet, Frauenwettbewerbe nur, wenn gelistet, Rangwetten nur als Qualifikations- oder Podest-Entscheidung. Eckstoss- oder Kartenmärkte sind nicht zugelassen, ebenso kein Esports. Live-Wetten sind erlaubt, vor Spielbeginn und live, wo der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat. Cash-Out ist nicht regulatorisch normiert – nur als Feature des Veranstalters relevant.
Das hat Folgen für die Auswahl an Wettmärkten bei paysafecard-Anbietern. Ein ausländischer Anbieter wirbt mit Tausenden von Märkten pro Spiel – in der Schweiz ist ein Teil davon schlicht nicht bewilligt. Wer bei einem ausländischen Anbieter auf eine Ecke in einem Champions-League-Spiel wettet, mag gewinnen, aber die Wette ist in der Schweiz nicht zugelassen. Der Anbieter sitzt meist im Ausland, die Rechtsdurchsetzung ist schwierig.
Die Rechtslage: paysafecard-Zahlung ersetzt keine Schweizer Bewilligung
Das Schweizer Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) ist seit 1. Januar 2019 in Kraft. Es definiert Sportwetten als Grossspiel (Art. 3 lit. c und e) und unterstellt sie der Aufsicht der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern), nicht der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht einen Veranstalter und eine Spielbewilligung pro Angebot (Art. 21–25 BGS), gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos und Loterie Romande.

Die Konsequenz: Wer in der Schweiz Sportwetten anbietet, ohne Veranstalterbewilligung der Gespa zu haben, macht sich strafbar. Die Strafe beträgt bis zu 3 Jahre Gefängnis oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu 5 Jahre (Art. 130 BGS). Die Spielenden selbst werden nicht bestraft, aber im Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden. Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS).
Eine ausländische Lizenz – ob Malta, Curaçao, Deutschland oder anderswo – hat in der Schweiz keine Wirkung. Eine Zahlung per paysafecard ändert daran nichts. Der Zahlweg ist nicht das Problem; das Problem ist die fehlende Schweizer Bewilligung des Wettanbieters. Wer trotzdem einzahlt, hat im Streitfall keinen Zugang zum Schweizer Rechtssystem: keine Spielsperre im Schweizer Register, keine Verlustlimiten, keine Auszahlung an die Schweizer Aufsicht. Die E-Geld-Lizenz von paysafecard in Irland reguliert den Zahlweg, nicht das Glücksspiel.
Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste mit Domains ausländischer Anbieter, die per DNS-Sperre blockiert werden. Schweizer Internetanbieter setzen die Sperre um. Die Liste wird regelmässig aktualisiert, weil Anbieter mit Domain-Hopping reagieren – die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home sowie bet365 als Beispiele. Eine Zahlung über paysafecard umgeht diese DNS-Sperre nicht: Der Code wird beim Wettanbieter eingegeben, nicht bei der Internet-Sperre. Wer die Sperre umgehen will, muss auf technische Mittel zurückgreifen, die hier nicht beschrieben werden.
Steuerlich sind Gewinne aus Schweizer Grossspielen bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Der Bundesfreibetrag beträgt ab 1.1.2026 CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich – «je nach Kanton». Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Ein typischer Wettgewinn liegt weit unter dem Freibetrag: keine Einkommensteuer, keine Verrechnungssteuer. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis des Kantons Thurgau besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag voll als Einkommen. Andere Kantone handhaben das unterschiedlich. Wer unsicher ist, fragt den Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Häufige Fragen zu paysafecard bei Wettanbietern in der Schweiz
Kann ich paysafecard bei Swisslos oder Loterie Romande einsetzen?
Nein. Beide Schweizer Veranstalter verkaufen ihre eigenen Prepaid-Lösungen. Die Loterie Romande bietet «Pre-pay Loro.ch»-Tickets zu 20, 50, 100 und 200 Franken, ein Jahr gültig, einmalig dem Wallet gutzuschreiben. Swisslos lädt das Wallet per Einzahlungsschein, PostFinance Pay oder andere Online-Zahlungsmöglichkeiten auf, Mindestbetrag CHF 20. Eine paysafecard-Zahlung ist nicht vorgesehen.
Welche Gebühren fallen bei paysafecard an?
Ohne registriertes PaysafeCard-Konto fällt 30 Tage nach Kauf eine monatliche Gebühr von 4 € pro Gutschein an. Ein registriertes Konto kostet ab dem 13. Monat ohne Transaktion 2 € pro Monat. Der Rücktausch von Guthaben auf ein Bankkonto kostet 5 % des Betrags, maximal 5 € pro Rücktausch. Diese Gebühren gelten unabhängig vom Wettanbieter, weil sie von paysafecard selbst erhoben werden.
Wohin werden Gewinne ausgezahlt, wenn ich mit paysafecard eingezahlt habe?
Auf das eigene Bankkonto, nicht auf einen neuen paysafecard-Code. Schweizer Veranstalter zahlen auf Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonten, Swisslos zweimal jährig gratis, ab der dritten Auszahlung mit möglicher 3-Prozent-Kommission, Bearbeitung 5 bis 10 Arbeitstage. Ausländische Anbieter zahlen ebenfalls auf das eigene Konto – ein anonymer Code als Auszahlungsmedium ist in der Schweiz nicht zulässig.
Was bedeutet es, wenn ein Wettanbieter keine Schweizer Bewilligung hat?
Die Wetten sind in der Schweiz rechtswidrig. Der Anbieter macht sich strafbar (bis 5 Jahre Gefängnis bei gewerbsmässigem Betrieb), die Spielerin bleibt straffrei, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Es gibt keinen Schweizer Spielerschutz: keine Spielsperre im Register, keine Verlustlimiten-Pflicht, keine Schweizer Aufsicht, die bei einer Auszahlungsverweigerung hilft. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung.
Wie berechnet sich der Gewinn einer Kombinationswette?
Der Gewinn ergibt sich aus Einsatz mal Quote. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Tipps, der Einsatz wird mit dem Produkt multipliziert. Beispiel: Einsatz CHF 20, Quoten 2.10, 1.85, 3.40. Produkt: 2.10 × 1.85 × 3.40 = 13.21. Gewinn: CHF 20 × 13.21 = CHF 264.20. In jeder einzelnen Quote steckt die Marge des Buchmachers – die Auszahlungsquote ist 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Eine Auszahlungsquote von 95 % entspricht einer Marge von 5 %.
Wie setze ich Limiten, wenn ich kein Bankkonto verwende?
Die Limiten werden im Spielkonto selbst festgelegt, nicht im Zahlweg. Bei Swisslos und Loterie Romande sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage vor der ersten Teilnahme Pflicht, Oberlimite CHF 9’999 (unter 21 Jahren CHF 1’000). Senkung gilt sofort, Erhöhung nach 72 Stunden. Zusätzlich gibt es eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage. Eine Spielsperre ist produktbezogen für 1 bis 180 Tage möglich, ohne vorzeitige Aufhebung. Die Zahlung per Prepaid ändert daran nichts; der Überblick entsteht im Konto, nicht im Code.
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Inhalt erstellt vom Team «gratiswetteinfo»
