MotoGP wetten in der Schweiz – was im Saisonkalender 2026 erlaubt ist und was nicht

Updated Oktober 2026
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Eine leere Rennstrecke mit rot-weissen Randsteinen im Morgenlicht, im Hintergrund sanfte Hügel und ein einzelner Motorradhelm auf einer niedrigen Mauer.

Stand: Oktober 19, 2026 · Geprüft gegen die Gespa-Bewilligungs­lage und die Sporttip-Spielregeln (Version 4.2).

Die MotoGP-Saison 2026 ist die 78. Saison der FIM-Motorrad-Strassenweltmeisterschaft und umfasst 22 Läufe vom 1. März 2026 (Thailand, Buriram) bis 29. November 2026 (Valencia).

Wer in der Schweiz auf die MotoGP wetten will, hat 2026 nicht freie Auswahl unter zehn Marken, sondern eine sehr kurze Auswahl von zwei. Das ist die erste und wichtigste Tatsache auf dieser Seite, weil sie über jedes Quoten­vergleichsbild bestimmt, das im Internet kursiert. Hinter ihr steht das Geldspielgesetz (BGS): Es kennt im Bereich Sportwetten nur Grossspiele, und Grossspiele dürfen in der Schweiz nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport anbieten. Alle anderen Domains – egal welcher Name, egal welche ausländische Lizenz – haben in der Schweiz schlicht keine Bewilligung. Was sie technisch tun, ändert daran nichts. Wer dort ein Konto eröffnet, spielt ohne Schweizer Verbraucher­schutz, ohne Spielsperre und ohne die Chance, im Streitfall vor einer Schweizer Stelle zu klagen.

Die Saison selbst ist unterdessen ein vollständiges Stück Sport­kalender: 22 Grands Prix vom 1. März 2026 in Thailand bis zum 29. November 2026 in Valencia, mit einem neuen Brasilien-Rennen in Goiânia und ohne Argentinien, dafür mit einem vom 12. April auf den 8. November 2026 verschobenen Katar-Grand-Prix. Wer auf das Wochen­ende setzt, setzt auf ein Format aus Sprint am Samstag und Hauptrennen am Sonntag – und genau dieses Format prägt, welche Märkte überhaupt angeboten werden können und wie die Quoten zustande kommen.

Spielregeln der MotoGP und was davon für Wetten zählt

Punktevergabe und Sprint als doppelter Wochenend-Aufbau

Die MotoGP ist seit 1949 die Königsklasse der FIM-Motorrad-Strassenwelt­meister­schaft, zusammen mit Moto2 und Moto3 werden in jeder Saison drei Weltmeister­titel vergeben. Rekord­weltmeister ist Giacomo Agostini mit 15 Titeln. Was zählt, ist die Punkte­tafel: Die ersten 15 eines Hauptrennens erhalten Punkte, von 25 für Platz 1 abwärts bis 1 Punkt für Platz 15. Wer auf einen Fahrer setzt, der nicht unter die ersten 15 fährt, bekommt nichts – die Wette ist verloren, nicht teilweise ausbezahlt.

Ein Motorradhandschuh aus Leder liegt auf einer Werkbank neben einem Block mit handgezeichneten Skizzen und einem Schraubenschlüssel.
In der Motorrad-Weltmeisterschaft erhalten die 15 bestplatzierten Fahrer eines Rennens Punkte, von 25 für Platz 1 bis 1 Punkt für Platz 15.

Seit 2023 steht vor jedem Grand Prix samstags ein Sprint. Punkte gibt es für die ersten neun: 12, 9, 7, 6, 5, 4, 3, 2 und 1. Das Hauptrennen fährt am Sonntag. Für Wettende heisst das: Es gibt an einem MotoGP-Wochenende zwei wetten­bare Punkte­ereignisse, nicht eines. Eine Wette auf «Rennsieger» ohne Zusatz bezieht sich auf das Hauptrennen; wer den Sprint meint, muss ihn ausdrücklich nennen oder eine Wette wählen, die ihn einschliesst. Wer das nicht beachtet, wettet am Samstag das Falsche und am Sonntag das Richtige – und wundert sich über die Quote.

Saison 2026 als 78. Ausgabe mit 22 Läufen

Die Saison 2026 ist die 78. der Motorrad-Welt­meister­schaft und umfasst 22 Grands Prix. Eröffnet wird am 1. März 2026 in Buriram (Thailand), geschlossen wird am 29. November 2026 in Valencia. Elf Teams mit 22 Fahrern stehen am Start. Der Grosse Preis von Katar ist vom 12. April auf den 8. November 2026 verlegt worden, mit der Begründung der geopolitischen Lage rund um den Iran­konflikt. Brasilien ist mit Goiânia zurück im Kalender, Argentinien fällt heraus.

Der Vorrang der Form vor dem Inhalt: Was an einem Renn­wochen­ende «zählt», definiert die Regeln, nicht die Wettenden. Bei Swisslos umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspiel­zeit; Verlängerung gibt es im MotoGP ohnehin nicht, und Penalty­schiessen schon gar nicht. Für ein Rennen heisst das: 27 Runden oder die vom Renn­leiter verkürzte Distanz, mehr nicht. Wer auf die Anzahl der überholten Fahrzeuge oder die schnellste Renn­runde setzt, orientiert sich am offiziellen Klassement, nicht an dem, was im TV wirkt.

Was die Quoten auf Rennsieger, Podium und Weltmeister über den Markt verraten

Eine Quote ist kein Urteil darüber, wer gewinnt. Sie ist eine Funktion der Wahrscheinlich­keiten, die der Buchmacher dem Feld zuschreibt – abzüglich der Marge, die er behält. Eine Sieger­quote von 2.50 auf einen Piloten bedeutet nicht «50 % Chance», sondern «nach Einschätzung des Buchmachers rund 40 %», weil die übrigen 60 Prozent­punkte von Marge und Gegen­quoten aufgefressen werden. Eine Quote auf den Weltmeister ist eine Saison­wette: Sie wird nicht nach einem Rennen entschieden, sondern kumuliert über 22 Läufe. Wer im März auf einen Piloten setzt, der im Mai verunfallt, hat eine Wette verloren.

Die Sporttip-Logik verlangt für die meisten Märkte eine einzelne Voraus­sage, einen Markt, eine Quote. Kombinationen mehrerer Voraus­sage multiplizieren die Quoten, addieren aber auch das Risiko: Schlägt ein Bein fehl, ist die ganze Wette verloren. Eine System­wette verteilt die Einsätze auf mehrere Kombinationen desselben Felds und reduziert so das «Alles oder nichts», kostet aber im Gewinn­fall einen Teil der Quote. Bei einem enger werdenden Feld – etwa nach fünf Siegen in Folge – reagieren Weltmeister­quoten mit einer Senkung; wer früh setzt, akzeptiert im Gewinn­fall eine tiefere Auszahlung, wer spät setzt, zahlt dafür eine höhere Quote, falls der Pilot tatsächlich gewinnt.

Wie eine Wette zustande kommt – und was sie kostet

Einsatz, Quote, Auszahlung in einer Rechnung

Eine MotoGP-Wette ist eine Funktion aus drei Zahlen: Einsatz, Quote und Auszahlung. Der Einsatz ist, was der Spielende riskiert. Die Quote ist, was der Buchmacher pro Franken Einsatz verspricht. Die Auszahlung ist Einsatz mal Quote. Was am Ende auf dem Konto landet, ist die Auszahlung; der Einsatz wird im Gewinn­fall zurück­gezahlt, im Verlust­fall ist er weg. Beispiel: Wer CHF 10 auf Quote 2.25 setzt, gewinnt CHF 22.50 zurück, davon CHF 12.50 Nettogewinn. Wer die Keine trifft, verliert die CHF 10.

Das gilt auch für Kombinationen. Drei Voraus­sage mit den Quoten 1.80, 2.40 und 3.00 ergeben eine Kombi-Quote von 1.80 × 2.40 × 3.00 = 12.96. Ein Einsatz von CHF 5 bringt im Gewinn­fall CHF 64.80 zurück. Schlägt ein Bein fehl, ist die ganze Wette verloren. Die Logik ist gnadenlos, und sie ist der Grund, warum Kombi­wetten populärer sind, als sie es statistisch sein sollten: Die hohe Endquote verkauft das Gefühl, mit wenig Einsatz viel gewinnen zu können, und das übersieht die kombinierten Wahrscheinlich­keiten.

Die Marge, die in jeder Quote steckt

Was eine Quote wirklich kostet, sieht man erst, wenn man mehrere Quoten desselben Markts zusammen­rechnet. Nehmen wir ein zwei­teiliges Beispiel – einen fiktiven Zwei­wege­markt mit den Quoten 1.90 und 1.90, wie er für eine Über/Unter- oder eine Head-to-Head-Wette typisch wäre. Die Auszahlungs­quote des Markts berechnet sich als 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90). Das sind 1 ÷ (0.5263 + 0.5263) = 1 ÷ 1.0526 = 0.95, also 95 %. Was übrig bleibt, ist die Marge: 1 minus 0,95 = 5 %, also 5 % des Umsatzes. Bei einer Quote von 2.00/2.00 wäre die Marge null, was in der Praxis nicht vorkommt; bei 1.85/1.85 wäre sie rund 8 %.

Eine Marge von 5 % auf einem Zwei­wege­markt ist ein realistischer, eher zurück­haltender Wert. Bei MotoGP-Saison­wetten auf den Weltmeister ist die Marge höher, weil das Feld grösser ist und die Buchmacher das Risiko breiter verteilen. Eine Faustregel ohne Anspruch auf Allgemein­gültigkeit: Je mehr mögliche Ausgänge ein Markt hat, desto höher die Marge. Ein Markt mit 22 Fahrern als Sieger­optionen wird tendenziell mehr nehmen als ein Duell zweier Piloten.

Was ein Markt nimmt, in einem konkreten Beispiel

CHF 1’000 Umsatz auf einem 5-%-Markt bringt dem Buchmacher CHF 50, den Spielenden CHF 950 zurück – im langen Mittel. Das ist die Grössen­ordnung, mit der ein Buchmacher sein Geschäft finanziert: nicht mit dem einen verlorenen Wettenden, sondern mit der Differenz zwischen dem, was reinkommt, und dem, was die Quoten versprechen. Wer das versteht, versteht, warum Quoten sich kurz vor einem Rennen noch bewegen: Der Buchmacher justiert, damit das Verhältnis von Einsätzen und Auszahlungen über das ganze Rennen hinweg stabil bleibt.

Für die Spielenden heisst das: Es gibt keinen «fairen» Zeitpunkt, es gibt nur Quoten, die das Risiko anders verteilen. Wer früh auf den Weltmeister setzt, akzeptiert im Gewinn­fall eine tiefere Quote, weil die Unsicherheit gross ist. Wer spät setzt, zahlt eine höhere Quote, riskiert aber, dass der Pilot bereits aus­geschieden ist. Beide Strategien haben denselben Erwartungs­wert, wenn die Quoten fair sind – und sie haben einen schlechteren Erwartungs­wert, wenn die Marge des Markts steigt.

Die Rechtslage in der Schweiz – nicht alles, was online ist, ist erlaubt

Was das Geldspielgesetz erlaubt, und was es verbietet

Online-Sportwetten sind im Schweizer Recht Grossspiele und fallen unter das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51), das seit dem 1. Januar 2019 in Kraft ist. Aufsichts­behörde ist nicht die ESBK, die nur Casinos überwacht, sondern die Gespa (Inter­kantonale Geldspiel­aufsicht, Bern), gestützt auf das Geldspiel­konkordat seit dem 1. Januar 2021. Eine Bewilligung braucht sowohl eine Veranstalter­bewilligung als auch eine Spiel­bewilligung pro Spiel, und sie «gilt nur in der Schweiz». Das ist in Art. 4 BGS ausdrücklich gesagt.

Eine Passstrasse in den Alpen mit enger Kurve und Leitplanke, darüber ein klarer Morgenhimmel und einzelne Nebelschwaden im Tal.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9'999, unter 21 Jahren CHF 1'000).

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei beschränkt: Swisslos und die Loterie Romande. Beide haben eine Bewilligung, beide führen Sportwetten unter eigenem Produkt­namen (Sporttip bzw. Jouez Sport), beide sind auf ihr Vertrags­gebiet beschränkt. Wer bei einem anderen Anbieter ein Konto eröffnet, spielt nicht «inoffiziell», sondern bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung – und das ist ein Unterschied mit Folgen.

Was beworbene «ausländische Lizenzen» in der Schweiz bedeuten

Eine Lizenz aus Malta, Curaçao, Deutschland oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Kraft. Sie ist nicht ungültig, sie ist einfach nicht anwendbar. Wer mit einer maltesischen Lizenz wirbt, wirbt mit einer Lizenz, die in der Schweiz nichts sagt. Die Gespa führt eine Sperrliste von Domains, die Schweizer Tele­kommunikations­anbieter per DNS blockieren – Ende 2025 standen 671 Domains auf der Liste, die Liste wird laufend aktualisiert, neue Domains werden typischer­weise innerhalb von Stunden aufgenommen.

Wetten ohne Schweizer Bewilligung organisieren ist nach Art. 130 BGS eine Straf­tat: bei gewerbs­mässigem Handeln drohen bis zu fünf Jahre Freiheits­strafe oder Geldstrafe, in einfachen Fällen bis zu drei Jahre. Der Spielende selbst wird nicht bestraft, aber seine Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Schweizer Stelle, die bei Streit vermittelt. Was als «Sicherheit» verkauft wird, ist im Ernstfall ein Werbe­versprechen ohne Adressaten.

Was darf gewettet werden, und was nicht

Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wett­arten (Stand 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS). Was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden – und der Buchmacher, der es anbietet, bewegt sich ausserhalb der Bewilligung. Qualifikations­runden dürfen nur gewettet werden, wenn sie gelistet sind. Frauen­wettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind. Ranking-Wetten nur, wenn das Ranking über die Qualifikation für einen inter­nationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Trainings­runden sind nie Wett­gegenstand. Eckball-, Karten- oder sonstige Mikro­märkte aus dem Fussball­programm fehlen in der Liste.

Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige beteiligt sind, sind nach Art. 25 Abs. 2 BGS ebenfalls ausgeschlossen. Live-Wetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat – das BGS kennt keinen statutarischen Ausschluss bestimmter Live-Märkte. Cash-Out ist nicht regulatorisch vorgegeben, sondern eine Funktion, die jeder Anbieter in eigener Regie anbietet (dazu unten mehr). Was virtuelle Sportarten angeht, ist die Lage nicht abschliessend geklärt; was E-Sport angeht, taucht er in der Gespa-Liste schlicht nicht auf – was die Anbieter dazu schreiben, schreiben sie ausserhalb der Liste.

Werbung, Boni und der Unterschied zwischen Lizenz und Angebot

Werbung für Geldspiele darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Geldspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit Busse bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 151 BGS). Wer eine solche Seite bewirbt, bewegt sich im strafbaren Bereich; wer sie nutzt, bewegt sich in einer Grauzone, die im Streitfall gegen ihn ausschlägt.

Gratis­spiele oder Grat­spider­guthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). Im Jahr 2025 hat die Gespa 24 solche Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Bonus­beträge und -bedingungen kommen ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters – was ein Anbieter verspricht, steht in seinen Bedingungen, und was er nicht verspricht, gibt es nicht. Promo-Codes, die im Internet kursieren, beziehen sich auf Seiten, die in der Schweiz nicht bewilligt sind; sie zu nutzen heisst, sich auf eine Werbe­maschinerie einzulassen, die im Streitfall keinen Adressaten hat.

Spielerschutz: Limiten, Spielsperre und was im Ernstfall passiert

Verlustlimiten, die jeder setzen muss, bevor die erste Wette steht

Wer bei Swisslos Sporttip zum ersten Mal spielt, muss vorher Verlust­limiten für 1, 7 und 30 Tage setzen – sonst lässt sich die Plattform gar nicht nutzen. Die Obergrenze für volljährige Spielende liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite tritt sofort in Kraft; eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Die 72-Stunden-Frist ist eine Selbst­verpflichtung des Anbieters; das BGS verlangt nur 24 Stunden, aber die strengere Frist bindet den Anbieter gegenüber seinen Spielenden.

Zusätzlich gibt es eine freiwillige Einzahlungs­limite für 30 Tage. Wer sie setzt, kann in einem 30-Tages-Fenster nicht mehr einzahlen als den gesetzten Betrag – unabhängig davon, wie viele Einzahlungs­vorgänge stattfinden. Die Idee dahinter: Wer das Konto auflädt, gibt das Geld nicht aus, sondern investiert es in ein Spiel­konto; die Limite zwingt zu einer vor­herigen Fest­legung, was das Konto wert sein soll. Das ist ein wirksameres Instrument, als es auf den ersten Blick wirkt, weil es den Moment der Versuchung verschiebt – wer schon eingezahlt hat, ist eher bereit zu wetten als jemand, der noch einzahlen müsste.

Die Loterie Romande hat analoge Regelungen; beide Anbieter erfüllen damit die Vorgabe von Art. 87 VGS, der den Veranstalter verpflichtet, Höchst­werte für täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Einsatz oder Verlust vor­zusehen. Der Staat setzt in der Schweiz keine fixe Obergrenze; die Obergrenze setzt der Spielende selbst.

Spielsperre als Schutz für riskant Wettende und als Mittel der Selbstkontrolle

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produkt­bezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Frist­ablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweiz­weiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Die Spielsperre ist mehr als ein Konto-Knopf: Sie ist eine Eintragung in einem Register, das von Gespa, Swisslos, Loterie Romande und den Schweizer Casinos gemeinsam geführt wird.

Wer aus eigenem Antrieb eine Spielsperre auslöst, kann sie nach drei Monaten wieder aufheben lassen (Art. 84 VGS); eine Fach­stelle ist eingebunden (Art. 81 BGS). Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss der Anbieter anbieten (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS) – wer trotz Sperre spielt, verliert im Streitfall sein Geld, weil die Wette nichtig ist.

Was im Ernstfall wichtig wird: Eine Spielsperre bei Swisslos oder Loterie Romande wirkt nur in der Schweiz. Wer parallel ein Konto bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung hat, ist dort nicht gesperrt. Die Sperre ist wirksam im Schweizer System, nicht im internationalen. Wer auf Nummer sicher gehen will, muss auch dort die Mittel der Selbst­sperre nutzen, die jeder seriöse Anbieter anbietet – oder den Zugriff technisch unterbinden.

Tests der Gespa und der Stand des Verbraucherschutzes

Die Gespa testet den Jugendschutz an Verkaufsstellen. Im Jahr 2025 wurde in 47,5 % von 200 Test­käufen an Verkaufsstellen eine Sportwette an Minder­jährige verkauft. Das ist kein Argument gegen den Anbieter, aber ein Argument gegen die Behauptung, der Schutz an der Verkaufs­stelle sei lückenlos. Online ist die Lage anders: Die Registrierung verlangt einen Ausweis, die Daten werden gegen Adress­datenbanken geprüft, eine Registrierung pro Person, Sperr­register­abgleich. Der Schutz online ist dichter als an der Verkaufs­stelle – aber er schliesst die Minder­jährigen nicht aus, die einen elterlichen Ausweis verwenden.

Spielplan und Märkte – was die Saison 2026 an Wetten hergibt

Vom Saisonstart in Thailand bis zum Finale in Valencia

Der MotoGP-Kalender 2026 beginnt am 1. März 2026 in Buriram (Thailand) und schliesst am 29. November 2026 in Valencia. 22 Grands Prix, 22 Hauptrennen, 22 Sprints am Samstag. Brasilien kehrt zurück (Goiânia), Argentinien fällt heraus, Katar wird vom 12. April auf den 8. November 2026 verlegt. Das ist der Rahmen, an dem sich die Märkte ausrichten.

Wer auf den Weltmeister setzt, setzt auf eine Kumulation: Wer nach 22 Läufen die meisten Punkte hat, gewinnt den Titel. Eine Wette auf einen Piloten, der nach fünf Rennen führt, zahlt im Titel­fall eine tiefere Quote als eine Wette auf denselben Piloten im März – die implizite Wahrscheinlich­keit hat sich erhöht, der Buchmacher passt die Quote an. Wer auf den Rennsieger eines einzelnen Grands Prix setzt, setzt auf ein Runde, nicht auf eine Saison. Beide Wetten sind legal, wenn das Ereignis in der Gespa-Liste steht; ob es das tut, prüft die Gespa und veröffentlicht die Liste regelmässig.

Die zwei wettenbaren Punkteereignisse pro Wochenende

Der Samstag-Sprint vergibt seit 2023 Punkte für die ersten neun Fahrer: 12, 9, 7, 6, 5, 4, 3, 2 und 1. Das Hauptrennen am Sonntag vergibt Punkte für die ersten 15: 25 bis 1. Wer auf den Sprint-Sieger setzt, setzt auf ein eigenes Rennen mit eigenem Klassement. Wer auf den Grand-Prix-Sieger setzt, setzt auf das Hauptrennen. Wer auf den «Wochenend-Sieger» setzt, sofern die Wette angeboten wird, setzt auf eine Kombination – in der Regel Sprint-Punkte plus Hauptrenn-Punkte.

Wer nicht aufpasst, wettet das Falsche. Bei Sporttip verlangt die Logik eine klare Zuordnung: Eine Wette auf «Rennsieger» ohne Zusatz bezieht sich auf das Hauptrennen. Eine Wette auf «Sprint-Sieger» ist explizit als solche gekennzeichnet. Eine Kombination Sprint + Hauptrennen ist eine Kombination und unterliegt der Kombi-Logik. Wer am Samstag versteht, was er gewettet hat, ist am Sonntag nicht überrascht.

Weltmeister-, Konstrukteurs- und Teamwetten

Neben dem Fahrer­weltmeister werden in der MotoGP auch der Konstrukteurs- und der Team­weltmeister vergeben. Marc Márquez gewann 2025 den Fahrer­titel mit 545 Punkten, Ducati Lenovo Team den Team­titel, Ducati den Konstrukteurs­titel. Wetten auf Konstrukteurs- oder Team­titel sind Saison­wetten mit denselben Risiken wie die Fahrer­wette: Wer im März auf Ducati setzt und Ducati fällt im Mai aus, verliert die Wette – auch wenn Ducati im November wieder führt. Die Logik des Saison­kolums bricht sich an der Realität der Saison.

Bei Swisslos wird die Wette auf den Team- oder Konstrukteurs­weltmeister nur angeboten, wenn die Gespa-Liste sie führt. Was nicht gelistet ist, wird nicht angeboten – und wer es trotzdem findet, ist bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung.

Anbieter im Vergleich – wer in der Schweiz was anbietet und wer nicht

Einordnung der Anbieter

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / Bewilligungs­lage
Swisslos Sporttip ja – Veranstalter- und Spiel­bewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa SWISSLOS Inter­kantonale Landes­lotterie Genossenschaft (Sitz Basel); Produkt Sporttip; nur für Bewohner des Vertrags­gebiets
Loterie Romande Jouez Sport ja – Veranstalter- und Spiel­bewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa Société de la Loterie de la Suisse Romande; Produkt Jouez Sport; nur für Bewohner der sechs Westschweizer Kantone
Bahigo nein – ohne Schweizer Bewilligung Lizenz­lage in der Schweiz nicht etabliert; Domain potenziell auf der Gespa-Sperrliste
myBet nein – ohne Schweizer Bewilligung Lizenz­lage in der Schweiz nicht etabliert; Domain potenziell auf der Gespa-Sperrliste
Playzilla nein – ohne Schweizer Bewilligung Lizenz­lage in der Schweiz nicht etabliert; Domain potenziell auf der Gespa-Sperrliste
bet-at-home nein – ohne Schweizer Bewilligung Lizenz­lage in der Schweiz nicht etabliert; Domain potenziell auf der Gespa-Sperrliste
BetLabel nein – ohne Schweizer Bewilligung Lizenz­lage in der Schweiz nicht etabliert; Domain potenziell auf der Gespa-Sperrliste
WirWetten nein – ohne Schweizer Bewilligung Lizenz­lage in der Schweiz nicht etabliert; Domain potenziell auf der Gespa-Sperrliste
N1 Bet nein – ohne Schweizer Bewilligung Lizenz­lage in der Schweiz nicht etabliert; Domain potenziell auf der Gespa-Sperrliste
GG.BET nein – ohne Schweizer Bewilligung Lizenz­lage in der Schweiz nicht etabliert; Domain potenziell auf der Gespa-Sperrliste

Die Spalten sagen, was die Bewilligungs­lage angeht, das Entscheidende: Die ersten zwei Reihen sind in der Schweiz legal und unter Schweizer Aufsicht tätig, die übrigen acht sind es nicht. Wer in der Schweiz wettet und nur auf eines schaut, sollte auf diese Spalte schauen. Alles andere ist Verhandlung.

Swisslos Sporttip – der eine Pol der Schweizer Sportwetten

Swisslos ist die inter­kantonale Landes­lotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Inter­kantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertrags­gebiet umfasst die Deutsch­schweizer Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Wer ein Online-Konto eröffnen will, muss mindestens 18 Jahre alt sein, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertrags­gebiet haben, darf keine Spielsperre haben und darf sich nur einmal registrieren. Der Ausweis wird hochgeladen, die Daten werden gegen Adress­datenbanken geprüft. Was danach an Funktionen zur Verfügung steht, ist das, was die Gespa-Liste erlaubt – nicht mehr.

Bei den Einsätzen gilt: Mindest­einsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinations­wetten, Höchst­einsatz CHF 1’000 für Einzel- und Kombinations­wette, CHF 10’000 für System­wette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer mit einem grossen Einsatz plant, muss die Limite kennen und die Wette entsprechend staffeln.

Beim Cash-Out ist die Logik klar, aber die Kosten sind offen: Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn ohne vorzeitige Auszahlung, hängt vom Stand der Sport­ereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten, was in der Praxis heisst: Wer auf Cash-Out spekuliert, baut auf eine Funktion, die nicht garantiert ist. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen.

Beim Kombiboost verlangt Sporttip mindestens vier Voraus­sage mit Quote von je mindestens 1.50, online, Prematch, Live oder System­wette. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier Voraus­sage, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraus­sage. Einsatz und Gewinner­höhung sind limitiert. Das ist im Kern ein Gestalten­bonus für die Anzahl der Beine: Wer mehr riskiert, bekommt im Gewinn­fall mehr – aber das Risiko ist dasselbe, und die Marge zieht der Buchmacher auf jeder einzelnen Wette, nicht erst am Ende.

Für Reingewinn-Verwendung gilt: Swisslos hat 2025 CHF 562 Mio. ausgeschüttet, davon CHF 506 Mio. an kantonale Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sport­förderung Schweiz. CHF 109 Mio. stammten aus den Sportwetten (2024: CHF 122 Mio.). Das ist relevant, weil es zeigt, wohin die Marge fliesst – in öffentliche Zwecke der Kantone und in die Sport­förderung, nicht in eine Holding im Ausland.

Das Urteil über Swisslos ist einfach: Es ist der einzige Weg, in der Deutsch­schweiz, im Tessin und in Liechtenstein legal auf Motorsport zu wetten, mit voller Schweizer Aufsicht, mit Spielsperre und mit der Möglichkeit, im Streitfall eine Schweizer Stelle anzurufen. Wer dort spielt, spielt im Rahmen, den das BGS setzt – nicht breiter, aber auch nicht enger. Wer ein grösseres Wett­programm, höhere Einsatz­limiten oder ein anderes Bonus­modell sucht, findet das in der Schweiz nicht legal.

Loterie Romande Jouez Sport – der andere Pol

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sitz des Anbieters ist Lausanne (Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne). Die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufs­stellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Ein Online-Konto ist nur für Bewohner der sechs Westschweizer Kantone möglich. Wer im Wallis wohnt und Sporttip nutzen will, hat keinen Zugang – und wer in Genf wohnt und bei Swisslos spielen will, ebenso wenig. Die Logik der inter­kantonalen Aufteilung ist nicht technisch, sondern rechtlich: Die Bewilligung deckt das jeweilige Vertrags­gebiet ab, nicht die Schweiz.

Funktionen, Limiten und Spielregeln sind analog zu Sporttip; die Loterie Romande hat 2025 von der Gespa 24 Zustimmungen für Gratisspiel­guthaben erhalten, Swisslos 8 – was als Hinweis auf das jeweilige Volumen gelesen werden kann, nicht als Qualitäts­urteil.

Das Urteil: Loterie Romande ist das, was Sporttip für die Westschweiz ist – mit demselben Schutz, derselben Aufsicht und derselben Limiten­struktur. Wer in Genf, Lausanne, Sitten, Neuenburg, Freiburg oder Delsberg wohnt, hat keine Wahl zwischen den beiden, sondern zwischen «Jouez Sport» und «kein legaler Anbieter». Wer ein Konto bei Loterie Romande eröffnet, spielt unter Schweizer Aufsicht.

Die ausländischen Anbieter – warum sie hier auftauchen, aber nicht hier spielen sollten

Die übrigen acht Anbieter – Bahigo, myBet, Playzilla, bet-at-home, BetLabel, WirWetten, N1 Bet, GG.BET – haben in der Schweiz keine Bewilligung. Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Deutschland hat in der Schweiz keine Kraft, was in Art. 4 BGS ausdrücklich steht. Domains dieser Anbieter können auf der Gespa-Sperrliste stehen, die Schweizer DNS-Blocker umsetzen – die Liste umfasste Ende 2025 671 Domains.

Wer bei einem dieser Anbieter ein Konto eröffnet, hat folgende Lage: Die Bewilligung, auf die sich der Anbieter beruft, gilt nicht in der Schweiz. Eine Spielsperre in der Schweiz wirkt nicht dort. Im Streitfall gibt es keine Schweizer Stelle, die vermittelt. Gewinne sind nach kantonalem Recht zu versteuern (im Thurgau sind Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag voll steuerbar, in anderen Kantonen ab dem Steuer­freibetrag). Es gibt keine Schutz­mechanismus des Schweizer Systems, das den Anbieter bindet.

Was die Tabelle nicht zeigt, und was die Werbung dieser Anbieter verschweigt: Sie sind nicht «sicherer», nicht «besser», nicht «fairer», nur weil sie ihren Sitz ausserhalb der Schweiz haben. Sie sind im Schweizer Recht nicht zugelassen, und die Werbung für sie ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten – was die Verbreitung solcher Werbung im Internet nicht stoppt, aber ihre rechtliche Einordnung in der Schweiz klar macht.

Das Urteil: Wer in der Schweiz wohnt und bei einem dieser Anbieter spielt, spielt ohne den Schutz, den das Schweizer System bietet. Es gibt keinen Grund, das zu tun, weil die beiden befreiten Anbieter zusammen alle legalen Wetten abdecken, die das BGS erlaubt. Wer dort nicht findet, was er sucht, findet es in der Schweiz schlicht nicht legal – und das ist eine Information, keine Einschränkung.

Steuern, Zahlungen und die kleinen Details, die im Gewinnfall zählen

Verrechnungssteuer, Freibetrag und was bei einem normalen Gewinn passiert

Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen sind nach Angaben der ESTV einkommen­steuerfrei bis zum Steuer­frei­betrag pro Einzelgewinn. Die bundes­rechtliche Schwelle liegt seit dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Steuer­frei­betrag unterscheidet sich von Kanton zu Kanton – daher die durch­gängige Formulierung «je nach Kanton», nie eine einzelne kantonale Zahl.

Oberhalb des Freibetrags zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungs­steuer ab; die Spielenden können sie über die Steuer­erklärung zurück­fordern, soweit sie weniger als 35 % Einkommen­steuer zahlen. Ein typischer MotoGP-Wettender gewinnt weit unter dem Freibetrag: keine Einkommen­steuer, keine Verrechnungs­steuer, keine Meldung im Steuer­formular. Wer regelmässig hohe Einsätze und Gewinne hat, sollte den Freibetrag seines Kantons kennen und sich bei einem Steuer­berater oder der kantonalen Steuer­verwaltung erkundigen.

Gewinne von ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungs­steuer – die ausländischen Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung und damit keine Pflicht zum Steuer­abzug. Die kantonale Praxis ist unterschiedlich: Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als voll steuerbares Einkommen, andere Kantone wenden den Freibetrag an. Das ist ein zusätzlicher Grund, die kantonale Praxis zu kennen, bevor man bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt.

Es gibt keine Schweizer Wett­steuer auf den Einsatz – wer behauptet, auf jeden Einsatz komme eine Wett­steuer, redet über einen anderen Markt (zum Beispiel Deutschland mit 5 % Wett­steuer auf den Einsatz). In der Schweiz wird der Gewinn besteuert, nicht der Einsatz.

Zahlungen, Konto und was die Bank dazu beiträgt

Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungs­konto des Konto­inhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS) – anonyme Auszahlungen oder Krypto-Auszahlungen existieren in der lizenzierten Schweizer Wette nicht. Kredit an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS); wer auf Kredit spielt, bricht die Regeln. Welche Zahlungs­marken ein Anbieter konkret akzeptiert, steht in dessen Bedingungen – das ist eine Sache des Anbieters, nicht des BGS.

Die Schweiz hat kein Zahlungs­block­werkzeug gegen nicht bewilligte Wett­seiten. Anders als in manchen europäischen Ländern blockieren Schweizer Banken oder Karten­systeme Zahlungen an nicht bewilligte Anbieter nicht automatisch. Wer auf Nummer sicher gehen will, muss selbst aufpassen, bei welchem Anbieter er einzahlt – die Sperrliste blockiert Domains, nicht Zahlungen. Wer eine Überweisung an einen ausländischen Anbieter tätigt, tut das in eigener Regie und mit den entsprechenden Konsequenzen im Streitfall.

Häufige Fragen

Darf in der Schweiz auf MotoGP-Rennen und den Weltmeistertitel gewettet werden?

Ja, aber nur bei Swisslos Sporttip (Deutsch­schweiz, Tessin, Liechtenstein) oder Loterie Romande Jouez Sport (Westschweiz), und nur wenn das jeweilige Rennen in der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten und Wett­arten steht. Andere Anbieter haben in der Schweiz keine Bewilligung; eine ausländische Lizenz hat hier keine Wirkung. Wer Online und Offline vergleicht, spielt nicht «ausländisch», sondern schlicht ohne Schweizer Schutz.

Wie berechnet sich der Gewinn einer Sieger- oder Weltmeister­wette aus Einsatz und Quote?

Auszahlung gleich Einsatz mal Quote; der Einsatz wird im Gewinn­fall zurück­gezahlt. Beispiel: CHF 10 auf Quote 2.25 bringen CHF 22.50 zurück, davon CHF 12.50 Nettogewinn. Bei einer Kombination werden die Quoten multipliziert – drei Beine mit 1.80, 2.40 und 3.00 ergeben 12.96, fünf Franken Einsatz bringen im Gewinn­fall CHF 64.80 zurück, schlägt ein Bein fehl, ist die ganze Wette verloren.

Was bedeutet es für Wetten, dass vor jedem Grand Prix ein Sprint stattfindet?

Seit 2023 gibt es samstags einen Sprint mit Punkten für die ersten neun Fahrer (12 bis 1 Punkt); das Hauptrennen fährt sonntags mit Punkten für die ersten 15 (25 bis 1). Eine Wette auf «Rennsieger» ohne Zusatz meint das Hauptrennen, eine Wette auf den Sprint-Sieger ist explizit als solche gekennzeichnet, eine Kombination Sprint + Hauptrennen ist eine Kombination. Wer den Sprint nicht beachtet, wettet am Samstag das Falsche und wundert sich am Sonntag über die falsche Quote.

Wie gehen Wetten mit der Verlegung oder Absage eines Rennens um?

Bei Swisslos umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspiel­zeit; eine Verlegung auf einen anderen Termin innerhalb derselben Veranstaltungs­serie ist in der Regel eine Annahme der Wette zum neuen Termin, eine Absage ohne Ersatz führt zur Rück­erstattung des Einsatzes. Die genauen Modalitäten stehen in den Sporttip-Spielregeln; im Zweifel gibt die Wett­regel den Rahmen vor, nicht das allgemeine Sport­verständnis.

Wie funktionieren Verlust­limiten und die Spielsperre bei den zugelassenen Anbietern?

Vor der ersten Teilnahme sind Verlustlimit für 1, 7 und 30 Tage zu setzen (Obergrenze CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich gibt es eine freiwillige Einzahlungs­limite für 30 Tage. Die Spielsperre ist ein Eintrag im schweiz­weiten Sperr­register, wirkt gegen Swisslos, Loterie Romande, die Online-Casinos und Liechtenstein, ist für 1 bis 180 Tage selbst wählbar oder unbefristet, und kann nach drei Monaten mit Fach­stelle aufgehoben werden.

Ab welcher Gewinn­höhe fällt Verrechnungs­steuer an, und was bedeutet der Steuer­frei­betrag je nach Kanton?

Auf Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen fällt bis zum bundes­rechtlichen Freibetrag von CHF 1’071’000 (Stand 1.1.2026) keine Einkommen­steuer an, oberhalb dieses Freibetrags werden vom Veranstalter 35 % Verrechnungs­steuer abgezogen. Der kantonale Freibetrag unterscheidet sich von Kanton zu Kanton – daher «je nach Kanton», nie eine kantonale Einzel­zahl. Bei Gewinnen von ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungs­steuer an, dafür richtet sich die kantonale Steuer­praxis nach dem Wohnsitz­kanton – der Thurgau etwa behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbar.

Inhalt erstellt vom Team «gratiswetteinfo»