Wie funktionieren Quoten bei Wetten in der Schweiz?
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Wer bei Sporttip einen Schein abgibt oder bei Jouez Sport eine Wette tippt, sieht zuerst eine Zahl: die Quote. Sie entscheidet darüber, was ein gewonnener Tipp ausbezahlt. Wer diese Zahl versteht, versteht die Wette. Wer sie als blossen Wert sieht, übersieht den Anteil, den der Veranstalter von jedem Franken einbehält. Das ist die eigentliche Information hinter jeder Quote: nicht der mögliche Gewinn, sondern die Wahrscheinlichkeit, die der Veranstalter dem Ereignis beimisst – und sein Anteil daran. Stand: Oktober 19, 2026 · Die lizenzrechtlichen Angaben basieren auf der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019.
Die Schweiz kennt dabei einen sehr engen Markt. Nur zwei Veranstalter dürfen Sportwetten anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Wer bei einem anderen Anbieter tippt, spielt aus Sicht des Geldspielgesetzes ohne Bewilligung. Das prägt jeden Vergleich: Welche Quote ein Leser in der Schweiz tatsächlich verwenden kann, gehört zu genau diesen beiden Produkten.
Was Quoten zeigen – und was sie verschweigen
Eine Quote ist auf den ersten Blick einfach. Bei einer Einzelwette ergibt sich der Gewinn aus Einsatz mal Quote, bei einer Kombiwette aus Einsatz mal Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird der Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet. Eine Wette von CHF 2 mit einer Quote von 2.10 bringt damit CHF 4.20 Bruttogewinn – und zwar genau so, nicht CHF 4.22 oder CHF 4.20 glatt.

Hinter der Zahl steckt eine zweite Information: die implizierte Wahrscheinlichkeit. Eine Quote von 2.10 entspricht rechnerisch rund 47.6 Prozent Wahrscheinlichkeit, dass das Ereignis eintritt (1 ÷ 2.10). Eine Quote von 1.50 entspricht 66.7 Prozent. Wer mehrere Quoten desselben Marktes zusammennimmt, sieht, dass sie zusammen mehr als 100 Prozent ergeben. Diese Differenz ist die Marge des Veranstalters. Sie ist der Anteil, den der Anbieter vom gesamten Umsatz auf diesem Markt einbehält – unabhängig vom Ausgang der Wette.
Die Marge lässt sich auf zwei Arten lesen. Wer sein Geld als Einsatz bringt, sieht den Teil, der nicht als Gewinn zurückfliesst. Wer als Veranstalter rechnet, sieht den Anteil, der nicht ausbezahlt wird. Auszahlungsquote und Marge sind dasselbe, nur von verschiedenen Seiten betrachtet. Eine Auszahlungsquote von 95 Prozent ist eine Marge von 5 Prozent.
Warum die Marge das Bild prägt
Nehmen wir einen einfachen Zwei-Wege-Markt mit zwei Quoten von 1.90 auf jeden Ausgang. Wer beide Quoten rechnerisch in Wahrscheinlichkeiten umwandelt (1 ÷ 1.90), bekommt 52.6 Prozent für jeden Ausgang. Zusammen sind das 105.3 Prozent. Die Marge dieses Marktes beträgt also rund 5.3 Prozent. Das ist kein schlechter Wert – Top-Märkte grosser Veranstalter liegen eher bei 2 bis 4 Prozent, kleinere Spezialmärkte deutlich höher. Wer mehrere Buchmacher vergleicht, vergleicht im Kern diese Margen.
Wer nur die Quote sieht, vergleicht den falschen Wert. Eine Quote von 1.95 sieht besser aus als eine von 1.90, aber wenn beide auf demselben Markt stehen und der zweite Anbieter dafür eine Marge von 6 Prozent verlangt, ist die höhere Quote für den Veranstalter einfach teurer, nicht für die Wettenden vorteilhafter. Erst der Vergleich vieler Quoten eines kompletten Marktes zeigt, wo der Veranstalter grosszügig rechnet.
Die Rechtslage für Quoten in der Schweiz
In der Schweiz ist das Angebot an Sportwetten abschliessend geregelt. Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) ist seit dem 1. Januar 2019 in Kraft und definiert Sportwetten als Grossspiel. Aufsichtsbehörde ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern, nicht die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung umfasst zwei Teile: die Veranstalterbewilligung und die Spielbewilligung pro Spielform (Art. 21–25 BGS).

Die Kantone haben in der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, Loterie Romande für die sechs Westschweizer Kantone. Wer dort wohnt, kann sich online registrieren – Swisslos setzt dafür Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet voraus und prüft den Ausweis gegen Adressdatenbanken. Wer aus einem anderen Kanton kommt, fällt automatisch in das andere Angebot. Wer im Ausland wohnt, fällt durch.
Die Gespa führt keine Liste mit weiteren Buchmachern, da keine weiteren zugelassen sind. Sie veröffentlicht die Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS-Sperre blockieren (Art. 86–93 BGS). Ende 2025 standen 671 Domains auf dieser Sperrliste. Eine ausländische Lizenz aus Malta, Curaçao oder Deutschland hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer dort wettet, wettet aus Sicht des Gesetzes ohne Bewilligung – und ohne den Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister.
Was beworben werden darf – und was nicht
Werbung für nicht bewilligte Glücksspiele ist in der Schweiz verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und kann mit einer Busse bis zu CHF 500’000 geahndet werden (Art. 131 BGS). Das gilt auch für ausländische Anbieter, die ihre Quotenboosts in der Schweiz bewerben. Werbung darf weder irreführend sein noch Minderjährige oder gesperrte Personen ansprechen. Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Einwilligung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). 2025 erteilte die Aufsichtsbehörde 24 Einwilligungen an die Loterie Romande und8 an Swisslos.
Für Spielerinnen und Spieler heisst das: Wer in der Schweiz wettet, wettet mit einem von zwei zugelassenen Veranstaltern – oder mit einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, dessen Domain auf der Sperrliste stehen kann und dessen Auszahlungen unter kantonal unterschiedliche Steuerregeln fallen.
Verantwortung im Spiel – Quoten sind kein SchutzHohe Quoten verlocken. Wer eine Quote von 8.00 sieht, denkt kurz an den grossen Gewinn und weniger aus einer Folge von kleinen Verlusten. Das ist kein Zufall. Die Quote transportiert beides Zahlen, den möglichen Gewinn und die implizierte Wahrscheinlichkeit. Wer die zweite Zahl ignoriert, übersieht, dass eine Quote von 8.00 rechnerisch nur rund 12.5 Prozent Wahrscheinlichkeit entspricht.
Beide Schweizer Veranstalter sind verpflichtet, vor der ersten Wette Verlustlimiten setzen zu lassen. Bei Sporttip sind das Tages-, Wochen- und Monatslimiten, mit Obergrenzen von CHF 9’999 pro Tag für Volljährige und CHF 1’000 pro Tag für unter 21-Jährige. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen.
Wer sich selbst sperren will, kann das produktbezogen für 1 bis 180 Tage tun. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos, einschliesslich Online-Casinos, sowie in Liechtenstein. Eine selbst gewählte Sperre kann frühestens nach drei Monaten wieder aufgehoben werden, mit Beteiligung einer Fachstelle.
Die Einsicht hinter diesen Limiten ist einfach: Die Quote entscheidet, was eine Wette maximal ausbezahlt. Das eigene Limit entscheidet, was sie kosten darf. Wer das eine ohne das andere betrachtet, spielt ohne Sicherheitsnetz.
Wettmärkte und ihre Quoten
Die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettformen ist die Grundlage jedes Angebots in der Schweiz. Die Liste wird regelmässig aktualisiert; die aktuelle Version datiert vom 10. September 2026. Was nicht auf dieser Liste steht, darf nicht angeboten werden. Eckballwetten, Kartenwetten und Esports fehlen in dieser Liste. Auch Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zugelassen.
Einzelwette
Die Einzelwette ist die einfachste Form: Eine Voraussage, eine Quote, ein Gewinn. Bei Sporttip beginnt der Mindesteinsatz bei CHF 1, der Höchsteinsatz liegt bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3, der Höchsteinsatz bei CHF 500. Diese Werte prägen, wer überhaupt wetten kann: Eine Wette von CHF 1’500 ist bei keinem der beiden Veranstalter online zulässig.
Kombiwette und Kombiboost
Eine Kombiwette kombiniert mehrere Voraussagen. Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten. Eine Wette mit drei Voraussagen zu Quoten von 1.80, 2.20 und 1.95 hat eine Gesamtquote von 7’722 – Einsatz mal Quote ergibt bei einem Gewinn CHF 7.72 pro eingesetztem Franken. Damit steigt der mögliche Gewinn, aber auch das Risiko: Schon eine falsche Voraussage macht den ganzen Schein ungültig.
Der Sporttip-Kombiboost erhöht den Nettogewinn einer Online-Kombiwette prozentual, abhängig von der Anzahl der Voraussagen. Voraussetzung: mindestens vier Voraussagen mit einer Mindestquote von1.50 pro Voraussage. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier Voraussagen, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn Voraussagen. Der maximale Bonus ist limitiert, und Einsätze über dem Limit werden nicht angehoben. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Für den Wettenden heisst das: Der Kombiboost belohnt nicht das Risiko selbst, sondern die Anzahl der Voraussagen ab einer Mindestquote. Wer tiefe Favoriten kombiniert (Quoten knapp über 1.50), bekommt den Boost – aber jeder einzelne Ausgang schlägt mit höherer Wahrscheinlichkeit fehl als bei einer Einzelwette. Der Boost ist ein Marketing-Instrument auf den Nettogewinn, nicht auf die Gewinnwahrscheinlichkeit.
Systemwette
Systemwetten decken mehrere Kombinationen innerhalb eines Scheins ab. Eine Systemwette 2 aus 3 erstellt drei Kombinationen zu je zwei Voraussagen und gibt auch dann einen Gewinn, wenn eine Voraussage falsch ist. Bei Sporttip liegt der Höchsteinsatz für eine Systemwette bei CHF 10’000, höher als bei Einzel- oder Kombiwetten. Der Nettogewinn pro Systemwette ist ebenfalls limitiert. Systemwetten kosten mehr, weil sie mehrere Kombinationen abdecken, und sie reduzieren das Verlustrisiko nicht, sie verteilen es nur auf mehrere Tickets.
Livewette
Bei Sporttip lassen sich Wetten platzieren, während das Ereignis läuft – unabhängig davon, ob es live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder VAR-Entscheidungen kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer live wettet, akzeptiert damit auch Regeln, die im Prematch nicht greifen.
Live-Quoten schwanken stärker als Prematch-Quoten. Sie reagieren auf den Spielverlauf, auf Tore, auf rote Karten und auf den Geldfuss im Markt. Wer eine Livewette platziert, sieht den aktuellen Stand zum Zeitpunkt der Wettabgabe – nicht den Stand zum Zeitpunkt des Ereignisbeginns. Die Quote, die bei Abschluss gilt, ist die Quote, die zählt.
Cash-Out
Cash-Out erlaubt es, eine Wette vor dem Ende des Ereignisses auszahlen zu lassen – allerdings zu einem Betrag, den der Veranstalter festlegt. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und Swisslos muss Cash-Out nicht für jeden Markt anbieten.
Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen Gewinn bei Nicht-Auszahlung und kann jederzeit geändert werden. Wer Cash-Out nutzt, akzeptiert den Wert, den der Veranstalter gerade anbietet. Das ist in der Regel weniger, als die Wette bei Sieg ausbezahlt hätte – und genau das macht Cash-Out für den Veranstalter zum Geschäft.
Abhängige Ereignisse und Bet Builder
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Wer etwa auf «Heimsieg» und «über 2.5 Tore» im selben Spiel setzt, kann das nicht einfach als zwei Einzelwetten spielen, weil die beiden Ausgänge statistisch voneinander abhängen. Eine irrtümlich angenommene Kombination kann Swisslos für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Boost und Profitboost
Quotenboosts gelten bei Sporttip nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Boosts sehen nach einem Mehrwert aus, sind aber an Bedingungen geknüpft, die nicht in der Quote selbst stehen. Wer einen Boost annimmt, spielt eine Wette zu veränderten Konditionen – und sollte die Limite kennen, bevor er den Schein abgibt.
Spezielle Regeln für den Spielabbruch und die Auswertung
Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist.
Wer bei Sporttip gewinnt, muss das Ergebnis innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Auswertung geltend machen, sonst verfällt der Gewinn zugunsten des Swisslos-Zwecks. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.
Wettanbieter in der Schweiz – wer spielen darf
In der Schweiz gibt es zwei Veranstalter für Sportwetten. Alles andere ist nicht bewilligt. Wer einen Anbieter wählt, der nicht auf der Schweizer Bewilligungsliste steht, wettet ohne Bewilligung – und ohne die Schutzregeln, die das Geldspielgesetz vorsieht.
Swisslos Sporttip – der Veranstalter für die Deutschschweiz
Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019. Das Sportwetten-Produkt läuft unter dem Namen Sporttip und ist in21 Kantonen sowie im Tessin und in Liechtenstein verfügbar – konkret in AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, plus Tessin und Liechtenstein.
Wer Sporttip nutzt, muss mindestens 18 Jahre alt sein und im Vertragsgebiet wohnen; Spieler unter18 sind ausgeschlossen, und Spieler, die an einem Wettereignis teilnehmen, dürfen auf dieses Ereignis nicht wetten. Die Registrierung läuft online mit Ausweisprüfung.
Loterie Romande Jouez Sport – der Veranstalter für die Westschweiz
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS. Ihr Sitz wird mit Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne angegeben. Die Loterie Romande betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und zählt 221 Mitarbeitende. Wer in einem dieser Kantone wohnt, kann sich online registrieren.
Ausländische Anbieter – ohne Schweizer Bewilligung
Rabona, GG.BET, N1 Bet, Betclic, BillyBets, Boomerang Bet, Betscore und Sportuna sind allesamt Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Diese Anbieter sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, und es gibt keine Schweizer Rekursmöglichkeit. Ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen, was bedeutet, dass Schweizer Internetanbieter sie per DNS-Sperre blockieren – und bei Domain-Wechsel innerhalb von Stunden ersetzt werden.
Für einen Spieler in der Schweiz heisst das: Wer dort spielt, spielt ausserhalb des Schweizer Schutzrahmens. Gewinne unterliegen je nach Kanton einer anderen Steuerregel; im Kanton Thurgau etwa werden Gewinne aus ausländischen Grossspielen vollständig als Einkommen besteuert, unabhängig vom Betrag. Der Spieler wird in der Regel nicht strafrechtlich verfolgt, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / Bewilligung |
|---|---|---|
| Sporttip (Swisslos) | Bewilligung als Grossspielveranstalter unter BGS | Swisslos, Sitz Basel; Produkt Sporttip |
| Jouez Sport (Loterie Romande) | Bewilligung als Grossspielveranstalter unter BGS | Loterie Romande, Sitz Lausanne; Produkt Jouez Sport |
| Rabona | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz im Ausland, keine Wirkung hier |
| GG.BET | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz im Ausland, keine Wirkung hier |
| N1 Bet | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz im Ausland, keine Wirkung hier |
| Betclic | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz im Ausland, keine Wirkung hier |
| BillyBets | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz im Ausland, keine Wirkung hier |
| Boomerang Bet | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz im Ausland, keine Wirkung hier |
| Betscore | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz im Ausland, keine Wirkung hier |
| Sportuna | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz im Ausland, keine Wirkung hier |
Die Tabelle zeigt, was im Schweizer Markt entscheidend ist: nicht der Sitz, nicht die Grösse, nicht das Bonusprogramm – sondern die Frage, ob die Gespa den Anbieter in der Schweiz zulässt. Wer die Tabelle liest, sieht zwei zugelassene Veranstalter und acht Namen, die nur als Referenz dienen, weil Schweizer Spieler ihnen im Internet begegnen.
Geld, Auszahlung und Steuern
Wer bei Sporttip eine Einzahlung machen will, lädt das Swisslos-Wallet auf. Möglich per Online-Zahlung oder Einzahlungsschein, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich; ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos akzeptiert PostFinance Pay als Zahlungsart, bestätigt direkt in der PostFinance App.
Auszahlungen von Spielguthaben sind in 365 Tagen zweimal gratis; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent anfallen. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden innert 3 Arbeitstagen auf das Bank- oder Postkonto überwiesen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Die bundesrechtliche Schwelle liegt seit dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000; 2025 lag sie bei CHF 1’070’400. Über dieser Schwelle behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Die kantonale Schwelle unterscheidet sich – «je nach Kanton» ist hier die einzige korrekte Formulierung. Die meisten Wettenden bleiben mit ihren Gewinnen unter dem Freibetrag und zahlen weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, fallen aber je nach Kanton unter eine andere Steuerregel.
Häufige Fragen zu Quoten
Was bedeutet eine Quote von 2.10 bei einer Sportwette?
Eine Quote von 2.10 sagt zwei Dinge: Bei einem Einsatz von CHF 1 beträgt der Bruttogewinn CHF 2.10. Rechnerisch impliziert die Quote eine Wahrscheinlichkeit von rund 47.6 Prozent (1 ÷ 2.10). Der Veranstalter sieht das Ereignis also etwas weniger wahrscheinlich als die Hälfte. Wer mehrere Quoten desselben Marktes zusammennimmt, sieht zudem die Marge: Addieren sich die implizierten Wahrscheinlichkeiten auf 105 Prozent, liegt die Marge bei rund 5 Prozent.
Wie wird die Marge eines Marktes berechnet?
Die Auszahlungsquote eines Marktes ist die Summe der Kehrwerte aller Quoten: 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + …). Bei einem Zwei-Wege-Markt mit Quoten von 1.90 auf jeden Ausgang ergibt sich 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 0.95 oder 95 Prozent. Die Marge ist 100 Prozent minus die Auszahlungsquote, also 5 Prozent. Wer das Produkt über mehrere Märkte vergleicht, vergleicht im Kern diese Margen. Eine einzelne hohe Quote sagt nichts über die Grosszügigkeit eines Veranstalters – erst der vollständige Markt zeigt das Bild.
Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet und gerundet?
Der Bruttogewinn einer Einzelwette ist Einsatz mal Quote. Bei einer Kombiwette wird die Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten berechnet und mit dem Einsatz multipliziert. Bei Sporttip wird der Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Eine Wette von CHF 2 mit Quote 2.10 bringt also genau CHF 4.20. Bei einer Kombiwette mit Gesamtquote 7’722 und Einsatz CHF 2 wären das CHF 15.44 – so präzise wie die Rundungsregel es zulässt.
Wie entsteht die Gesamtquote einer Kombiwette?
Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten. Drei Voraussagen mit Quoten von 1.80, 2.20 und 1.95 ergeben 1.80 × 2.20 × 1.95 = 7’722. Bei einem Einsatz von CHF 1 entspricht das einem Bruttogewinn von CHF 7.72. Mit jeder weiteren Voraussage wächst die Gesamtquote multiplikativ – aber auch das Risiko, denn eine einzige falsche Voraussage macht die ganze Kombiwette ungültig. Der Sporttip-Kombiboost belohnt die Anzahl ab vier Voraussagen mit Quote von mindestens1.50 mit einem Bonus auf den Nettogewinn.
Welcher Anbieter hat die besten Quoten?
In der Schweiz gibt es nur zwei zugelassene Veranstalter: Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Ein allgemeiner Quotenvergleich über viele Anbieter lässt sich daher nicht seriös führen – die anderen Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung und sind nicht Teil des legalen Marktes. Innerhalb der beiden zugelassenen Angebote variieren die Quoten je nach Markt und Sportart; für eine konkrete Wette lohnt sich der Blick auf den Wettschein beider Produkte. Wer Quotenboosts vergleicht, sollte mitlesen, dass der Boost an Bedingungen geknüpft ist, die nicht in der Ausgangsquote stehen.
Was gilt bei Livewetten, wenn die Quote schwankt?
Bei einer Livewette gilt die Quote, die zum Zeitpunkt der Wettabgabe auf dem Schein steht – nicht die Quote bei Spielbeginn und nicht eine spätere Quote. Bei Sporttip werden Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs abgegeben werden, mit Quote 1.00 gewertet. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder VAR-Entscheidungen kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Wer live wettet, sieht die Quote, die der Veranstalter gerade anbietet; ändert sie sich nach Abschluss, hat das keine Wirkung auf die abgeschlossene Wette.
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Inhalt erstellt vom Team «gratiswetteinfo»
