ATP Wetten in der Schweiz – wer anbieten darf und was es kostet

Updated Oktober 2026
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Ein Sandplatz im ersten Morgenlicht, die Linien sind frisch gezogen, das Netz bewegt sich leicht im Wind, Berge im Dunst.

Wer in der Schweiz auf die ATP Tour wetten will, stösst auf ein geschlossenes Angebot. Die interkantonale Gesetzgebung lässt nur zwei Veranstalter zu, und der Rest des Marktes spielt sich offshore ab, ohne Schweizer Bewilligung. Was eine Wette auf ein ATP-Match konkret bedeutet, zeigt dieser Überblick: welche Quoten die Gespa-Liste überhaupt zulässt, wie die Marge in jeder Quote steckt, was ein Cash-Out bei Sporttip wirklich bringt, und wo der Hebel des Spielerschutzes sitzt.

Die ATP Tour 2025 umfasste 9 ATP-Masters-1000-Turniere, 16 ATP-500-Turniere und 30 ATP-250-Turniere.

Stand: Oktober 19, 2026; geprüft gegen die interkantonale Geldspielaufsicht (Gespa) und die Spielregeln der beiden bewilligten Veranstalter.

Verlustlimiten und Spielsperre: was vor dem ersten Klick gilt

Bevor eine Quote überhaupt gesetzt wird, hat der Spielerschutz in der Schweiz zwei konkrete Berührungspunkte: eigene Verlustlimiten und die Möglichkeit, sich sperren zu lassen. Beides gilt unabhängig davon, wie deutlich ein Favorit erscheint.

Eine hohe Schiedsrichterleiter aus Metall steht unbesetzt neben einem Hartplatz, die Abendsonne wirft lange Schatten.
Die ATP Tour beginnt um den Jahreswechsel und endet Mitte November; seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen.

Verlustlimiten bei Sporttip

Wer sich bei Sporttip online anmeldet, muss vor der ersten Wette Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze pro Periode liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort. Eine Erhöhung erst nach 72 Stunden Bedenkzeit, ein bewusst eingebauter Bremsmechanismus gegen impulsive Limit-Anpassungen. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30-Tage-Fenster setzen. Der Schweizer Gesetzgeber schreibt keine staatliche Deckelung der Einsätze vor; die Limite ist eine Eigenverantwortung, die der Veranstalter erzwingt.

Spielsperre und Sperrregister

Bei Swisslos kann der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst gesperrt werden, ohne vorzeitige Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Das Register ist das eigentliche Schutzinstrument: Es funktioniert, weil die Veranstalter untereinander abgleichen, und es greift über Produktgrenzen hinweg. Wer einmal gesperrt ist, kommt nicht über einen anderen Kanal wieder herein.

Was die Lizenzfrage damit zu tun hat

Die Spielsperre und das Sperrregister funktionieren nur, weil die zwei bewilligten Veranstalter an dieses Register angeschlossen sind. Offshore-Anbieter ohne Schweizer Bewilligung sind es nicht, und ein ausländisches Konto kennt die Schweizer Sperre nicht. Die Frage «Brauche ich eine Limite?» stellt sich also nicht auf einem Anbieter, sondern am Schnittpunkt von Markt und Gesetz.

Wettarten, Quoten und Marge: wie ATP-Quoten entstehen

Die Quote auf ein ATP-Match ist kein objektiver Wahrscheinlichkeitswert, sondern ein Produkt aus zwei Quoten: der Einschätzung des Veranstalters und der Marge, die er einpreist. Wer das versteht, liest jede Quote mit einem zweiten Blick.

Spielsieger, Satzwetten, Handicaps, Über/Unter

Vier Wettarten prägen den Tennismarkt. Die Spielsieger-Wette (Match-Winner) ist die einfachste: Wer gewinnt das Match? Sie wird über zwei Sätze in den meisten ATP-Turnieren gespielt, bestenfalls drei (Best of Three) oder fünf (Best of Five, nur Grand Slams im Herreneinzel – diese Grand Slams gehören allerdings nicht zur ATP Tour, sondern zur ITF, sind aber separat bewettbar). Satzwetten setzen auf den Ausgang einzelner Sätze. Handicaps geben einem Spieler virtuelle Spiele vor oder nach – etwa -2.5 Games auf den Favoriten. Über/Unter-Wetten wetten auf die Gesamtzahl der Spiele oder Sätze. Jede Wettart verteilt das Risiko anders: Eine Handicap-Wette auf den klaren Favoriten mit Quote 1.40 bringt weniger, aber trifft öfter; eine Satz-Wette auf den Aussenseiter im ersten Satz bringt mehr, wenn er den Satz tatsächlich reisst.

Die Marge: was die Quote vom «fairen Preis» unterscheidet

Eine faire Quote wäre der Kehrwert der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit. Zwei Spieler mit identischer Siegchance bekämen beide Quote 2.00. In der Realität liegt die Quote darunter, weil der Veranstalter eine Marge einpreist. Als Beispiel: Ein Veranstalter bietet auf ein Match mit ausgeglichenen Chancen beide Seiten zu Quote 1.90 an.

Die Auszahlungsquote (Quotenschlüssel) eines Zwei-Wege-Markts berechnet sich als Kehrwert der Summe der Kehrwerte der Einzelquoten:

Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/Quote A + 1/Quote B)

Für das Beispiel mit 1.90 / 1.90:

1/1.90 + 1/1.90 = 0.5263 + 0.5263 = 1.0526

Auszahlungsquote = 1 ÷ 1.0526 ≈ 0.9500, also rund 95.0 %

Die Marge ist das, was diese Auszahlungsquote nicht an 100 % heranreicht:

Marge = 100 % − 95.0 % = 5.0 %

Das heisst: Von jedem Franken, der auf diesen Markt gesetzt wird, wandert rund 5 Rappen in die Kasse des Veranstalters, bevor ein Spieler überhaupt gewinnt. Bei 1.85 / 1.85 wäre die Auszahlungsquote noch tiefer, die Marge höher. Bei 1.95 / 1.95 näher am fairen Preis, aber immer noch nicht bei null. Die Spanne, die die Gespa-Liste und der Markt für ATP-Quoten hergeben, liegt meist zwischen 4 % und 7 % Marge auf den Hauptmärkten. Wer auf exotische Märkte (genauer Satz-Score, Anzahl Asse) ausweicht, findet oft zweistellige Margen.

Warum Belag und Form die Quote stärker prägen als der Name

Auf der ATP Tour wechseln die Beläge im Wochenrhythmus: Hartplatz in der ersten Jahreshälfte, Sand ab April, Rasen im Juni und Juli, Hartplatz wieder im Sommer, Indoor-Hartplatz im Herbst. Ein Spieler, der auf Sand dominiert und auf Rasen schwächelt, sieht auf jedem Belag eine andere Quote. Hinzu kommt die Form der letzten Wochen: Verletzungen, Müdigkeit nach einem langen Turnier, Höhenangst in der dünnen Luft von Mexiko-Stadt. Ein bekannter Name ist keine Quote. Belag und Form sind es.

Die zwei Bewertungsgrössen, die jede Quote trägt

Jede angezeigte ATP-Quote trägt zwei Werte gleichzeitig: den, was sie über die Siegchance sagt, und den, was sie über die Marge sagt. Eine Quote 1.50 auf den haushohen Favoriten ist nicht «besser» als Quote 1.65, wenn die tatsächliche Chance 70 % beträgt (faire Quote 1.43). Die höhere Quote 1.65 reflektiert die korrekte Chance – aber wenn die Marge 6 % statt 4 % beträgt, ist sie trotzdem teurer eingekauft. Quotenarbeit heisst, beide Achsen im Kopf zu führen.

Livewetten und die Quote 1.00

Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Sporttip Wetten mit Quote 1.00 werten. Das ist der harte Schutz: Wer zu spät klickt, verliert den Einsatz zurück, nicht den Gewinn. Wer die Sekunde zwischen Ballkontakt und Spielentscheidung erwischt, bekommt nichts.

ATP-Spielplan und Turnierkategorien: wann welche Partie zur Wette steht

Die ATP Tour beginnt um den Jahreswechsel und endet Mitte November. Seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen. In dieser Zeitspanne spielen die Profis auf drei Kontinenten um Punkte, Preisgeld und Ranglistenplätze – und die Wettangebote folgen dem Kalender.

Die vier Turnierkategorien

Die ATP Tour ist die höchste Turnierserie im professionellen Herrentennis. Unter ihr stehen die ATP Challenger Tour und die ITF Future Tour, die auf der Gespa-Liste eine andere oder keine Rolle spielen. Die Tour selbst gliedert sich in vier Stufen:

Die Saison 2026 im Kalender

Die ATP Tour 2026 beginnt am 2. Januar 2026. Die Australian Open markieren den ersten Grand Slam des Jahres, danach wandert die Tour von Australien in den Nahen Osten, nach Nordamerika (Miami, Indian Wells), auf den europäischen Sand (Monte Carlo, Madrid, Rom, Roland Garros), auf den Rasen (Halle, Queen’s, Wimbledon), zurück auf europäischen Sand (Hamburg, Umag, Kitzbühel) und Hartplatz (Washington, Montreal, Cincinnati, US Open), durch Asien (Shanghai, Peking) und Europa (Wien, Basel, Paris) zu den ATP Finals Mitte November. Wer auf ein bestimmtes Turnier wetten will, schaut in den Gespa-Index: Steht es dort, kann gewettet werden. Steht es nicht dort, ist es auf dem Schweizer Markt nicht verfügbar.

Wettereignisse und abhängige Märkte

Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Ein Versuch, etwa Sieg des Spielers A und über 21.5 Spiele im selben Match manuell zu kombinieren, fällt aus dem Wettprogramm heraus. Nimmt Sporttip irrtümlich eine solche Kombination ohne die Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist keine Schikane, sondern der Versuch, Märkte getrennt zu bewerten.

Was die Gespa-Liste tatsächlich abdeckt

Die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Stand 10.09.2026) enthält ATP-Turniere, aber nicht alle Wettarten, die internationale Anbieter zeigen. Keine Eckball- oder Kartenmärkte, keine Esports-Sektion, keine Wetten auf Trainingsläufe. Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind. Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind. Ranking-Wetten nur, wenn das Ranking über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Wer auf der Gespa-Liste nachschaut, sieht den exakten Rand des Schweizer Wettmarkts.

Anbieter im Vergleich: die zwei Bewilligten und acht Offshore-Marken

Der Schweizer Markt für Sportwetten ist legislativ geschlossen. Die interkantonale Vereinbarung von 2019 und das Geldspielgesetz von 2019 begrenzen die Zahl der Veranstalter auf zwei: Swisslos mit dem Produkt Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Wer in einem dieser Gebiete wohnt und volljährig ist, kann ein Online-Konto eröffnen. Wer in einem anderen Kanton wohnt, geht leer aus oder weicht aus.

Daneben existieren internationale Anbieter, die in anderen Märkten lizenziert sind und über das Internet auch in der Schweiz erreichbar wären. Sie haben keine Schweizer Bewilligung, sind nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, und ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen, die Schweizer Internetprovider per DNS blockieren. Ihre Werbung in der Schweiz ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS), und das Anbieten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat (Art. 130 BGS). Sie stehen hier, weil Schweizer Spieler sie im Netz finden. Sie stehen hier nicht, um beworben zu werden.

Vergleich nach Bewilligung und Marktstellung

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / berichtete Lizenz
Swisslos Sporttip Ja (Veranstalter- und Spielbewilligung BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Ja (Veranstalter- und Spielbewilligung BGS) Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande)
Rabona Nein (ohne Schweizer Bewilligung) Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar; in der Schweiz ohne Rechtswirkung
Jackbit Nein (ohne Schweizer Bewilligung) Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar; in der Schweiz ohne Rechtswirkung
Sportuna Nein (ohne Schweizer Bewilligung) Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar; in der Schweiz ohne Rechtswirkung
Fezbet Nein (ohne Schweizer Bewilligung) Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar; in der Schweiz ohne Rechtswirkung
Boomerang Bet Nein (ohne Schweizer Bewilligung) Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar; in der Schweiz ohne Rechtswirkung
PowBet Nein (ohne Schweizer Bewilligung) Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar; in der Schweiz ohne Rechtswirkung
HornetBet Nein (ohne Schweizer Bewilligung) Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar; in der Schweiz ohne Rechtswirkung
BetFury Nein (ohne Schweizer Bewilligung) Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar; in der Schweiz ohne Rechtswirkung

Die Tabelle zeigt die ganze Struktur: zwei Bewilligte, acht ohne. Der Strich dazwischen ist die Schweizer Rechtslage.

Kernbegriffe: Einordnung für Einsteiger

Wer zum ersten Mal auf ein ATP-Match wettet, trifft auf Begriffe, die in der Schweiz eine eigene Bedeutung haben und nicht mit dem internationalen Markt identisch sind.

Bewilligung statt Lizenz

Im deutschen Sprachraum reden Buchmacher von «Lizenz». Die Schweiz redet von «Bewilligung»: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung, beide gestützt auf das Geldspielgesetz und erteilt von der interkantonalen Geldspielaufsicht (Gespa). Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Schleswig-Holstein hat in der Schweiz keine Kraft. Wer bewilligt ist, ist bewilligt. Wer nicht bewilligt ist, ist in der Schweiz nicht bewilligt.

Quote, Auszahlungsquote, Marge

Die Quote ist der Multiplikator, mit dem der Einsatz im Gewinnfall multipliziert wird. Die Auszahlungsquote (Quotenschlüssel) ist der Anteil aller Einsätze, den der Markt über die Zeit an die Spielenden zurückgibt, berechnet als Kehrwert der Summe der Kehrwerte der Einzelquoten. Die Marge ist 100 % minus Auszahlungsquote. Eine Marge von 5 % heisst, dass 5 Rappen pro Franken Einsatz beim Veranstalter bleiben, unabhängig vom Ausgang. Das ist kein verstecktes Entgelt, sondern der Mechanismus, mit dem der Markt funktioniert.

Veranstalter und Wettende

Das Geldspielgesetz spricht von Veranstalterin und Veranstalter auf der einen Seite, von Spielenden und Wettenden auf der anderen. Wer wettet, ist Wettender. Wer das Produkt anbietet, ist Veranstalter. Der umgangssprachliche «Wettanbieter» ist im rechtlichen Sinn ein Veranstalter.

Steuern und Verrechnungssteuer

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Der Bundessteuerfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, 2025 noch bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag unterscheidet sich je nach Kanton, daher die Formulierung «je nach Kanton». Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden kann. Auf den Einsatz fällt keine Schweizer Wettsteuer. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, dafür behandelt etwa Thurgau sie als voll steuerbares Einkommen. Bei Gewinnen im einstelligen oder niedrigen fünfstelligen Bereich fällt in der Praxis weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an.

Einzelwette, Kombiwette, Systemwette

Eine Einzelwette setzt auf ein einzelnes Ereignis. Eine Kombiwette verbindet mehrere, die alle eintreffen müssen; die Quoten multiplizieren sich. Eine Systemwette kombiniert mehrere Wetten in einem mathematischen Gerüst, bei dem auch das teilweise Eintreffen noch etwas bringt. Die Systemwette bei Sporttip ist auf maximal CHF 10’000 pro Schein limitiert, Einzel- und Kombiwetten auf CHF 1’000. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1.

Rechtslage: warum nur zwei Anbieter bewilligt sind

Die Schweiz hat den Sportwettenmarkt nicht dereguliert, sondern gesetzlich geschlossen. Das ist die zentrale rechtliche Aussage hinter jeder Seite dieses Themas.

Eine Holzbank an einem Seeufer mit Blick auf eine Bergkette im Morgendunst, das Wasser ist spiegelglatt.
Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz.

Das Geldspielgesetz und die Gespa

Das Bundesgesetz über Geldspiele (Geldspielgesetz, BGS, SR 935.51) ist seit 1. Januar 2019 in Kraft. Sportwetten sind darin als Grossspiele klassifiziert und unterliegen der Aufsicht durch die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern), die aus dem Geldspielkonkordat hervorgegangen ist, das am 1. Januar 2021 in Kraft trat. Die Gespa beaufsichtigt keine Casinos, das bleibt der ESBK vorbehalten. Die Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Zwei Veranstalter als bewusste Begrenzung

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten bewusst auf zwei begrenzt. Swisslos (Sitz Basel) organisiert die Sportwetten unter dem Produktnamen Sporttip und betreut das Swisslos-Vertragsgebiet: die Deutschschweizer Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH), den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) organisiert das Produkt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, mit Sitz in Lausanne, Avenue de Provence 14, und 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz. Wer in keinem dieser Gebiete wohnt, hat in der Schweiz keine Möglichkeit, sich legal bei einem der beiden anzumelden.

Gespa-Liste: der geschlossene Wettkatalog

Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, die regelmässig aktualisiert wird (Version 10.09.2026 zum genannten Stand). Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind ausgeschlossen. Frauenwettbewerbe sind nur bewilligt, wenn sie gelistet sind. Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind. Ranking-Wetten nur, wenn das Ranking über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Eckball- und Kartenmärkte gibt es auf der Liste nicht, ebenso keine Esports-Sektion. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind gesetzlich ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS). Die Liste ist die Definition dessen, was in der Schweiz überhaupt gewettet werden darf.

Werbung und das Verbot der Offshore-Werbung

Werbung für Glücksspiele darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Glücksspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten und Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). Im Jahr 2025 erteilte die Gespa 24 Einwilligungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Ausländische Anbieter werben in der Schweiz offiziell nicht, was nichts daran ändert, dass ihre Domains erreichbar sind und ihre Werbung über Suchmaschinen und soziale Medien in die Schweiz strahlt.

Offshore: was «ohne Schweizer Bewilligung» konkret bedeutet

Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung darf in der Schweiz keine Sportwetten anbieten. Tut er es trotzdem, macht er sich strafbar (Art. 130 BGS: bis zu 3 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, gewerbsmässig bis zu 5 Jahre). Der Spielende wird nicht bestraft, aber sein Einsatz und sein Gewinn können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Es gibt keinen Schweizer Spielerschutz, keine Schweizer Spielsperre, keinen Schweizer Rekursweg. Die ausländische Lizenz (Curaçao, Malta, Deutschland, Isle of Man) hat in der Schweiz keine Wirkung. Die Gespa publiziert eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Internetprovider per DNS blockieren; Ende 2025 standen 671 Domains auf der Liste, ersetzt innerhalb von Stunden, wenn die Anbieter neue Domains registrieren (sogenanntes Domain-Hopping).

Swisslos Sporttip: Deutschschweizer Veranstalter mit dem grössten Wettangebot

Swisslos ist einer der beiden bewilligten Veranstalter. Der Sitz ist Basel. Die Sportwetten laufen unter dem Markennamen Sporttip. Wer in einem der 19 Deutschschweizer Kantone, im Tessin oder in Liechtenstein wohnhaft ist, kann ein Online-Konto eröffnen, das gegen die Adressdatenbank und den hochgeladenen Ausweis verifiziert wird. Mitzubringen sind mindestens 18 Jahre, Wohnsitz im Vertragsgebiet und keine bestehende Spielsperre. Jede Person darf sich nur einmal registrieren.

Wettangebot zum Tennis

Das Wettangebot von Sporttip zum Tennis folgt der Gespa-Liste. ATP-Turniere sind enthalten, soweit sie gelistet sind. Die Hauptmärkte Match-Winner, Satz-Wetten, Handicaps und Über/Unter-Spiele stehen zur Verfügung. Spezialmärkte wie exakte Satzstände, Anzahl Asse oder erste Aufschlagquote tauchen je nach Turnier auf, immer aber nur, soweit sie von der Liste gedeckt sind. Cash-Out ist für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, und nur bei Online-Wetten. Cash-Out ist nicht für jeden Markt garantiert.

Limits, Boosts und Auszahlungsmechanik

Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von je mindestens 1.50 und stockt den Nettogewinn um 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Der Gewinnbetrag einer Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Er wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Verlustlimiten und Spielsperre in der Praxis

Die Spielsperre bei Swisslos ist produktbezogen: Wer Sporttip sperrt, kann weiterhin Lotto spielen, und umgekehrt. Die unbefristete Sperre ist die harte Variante und greift schweizweit, weil sie ins Sperrregister eingetragen wird. Wer die Sperre beantragt, kommt nicht vor Ablauf der Frist wieder herein, und bei der unbefristeten Sperre erst nach einer Wartezeit und über eine Fachstelle. Die Verlustlimiten sind das mildere Instrument und können je nach Lebensphase nachjustiert werden, eine Senkung sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Reingewinn und Verwendung

Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die wiederum Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe alimentiert. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Das ist der eigentliche Preis, den die Schweizer Spielenden für die geschlossene Marktstruktur zahlen: Ihr Einsatz fliesst nicht an einen Aktionär, sondern in den Breitensport. Es ist kein Argument gegen das Wetten, aber es ist die Information, die die Bewilligung gegenüber Offshore trägt.

Verdict Sporttip

Sporttip ist die richtige Adresse für ATP-Wetten für jeden, der im Vertragsgebiet wohnt. Das Wettangebot ist breit genug für die wichtigsten Märkte, die Limits passen für die Mehrzahl der Spielenden, und das Cash-Out ist ein Werkzeug, das funktioniert, wenn auch nicht garantiert. Die Schwächen liegen in der Gespa-Liste (kein Esports, keine Eckball- oder Kartenmärkte) und im Verbot der Teilauszahlung beim Cash-Out. Wer zwischen Einzelwette und Kombiwette wechseln will, bekommt bei Sporttip ein klar geregeltes Angebot, das unter der Schweizer Rechtslage steht und durch die Gespa beaufsichtigt wird.

Loterie Romande Jouez Sport: Westschweizer Veranstalter mit eigener Verkaufsstellenstruktur

Die Loterie Romande ist der zweite der zwei bewilligten Veranstalter. Ihr Produkt für Sportwetten heisst Jouez Sport, der Sitz ist in Lausanne, sie beschäftigt 221 Mitarbeitende und unterhält 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz. Wer in einem der sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf oder Jura wohnt, kann ein Online-Konto eröffnen, das in derselben Weise verifiziert wird wie bei Swisslos.

Was Jouez Sport von Sporttip unterscheidet

Die Wettangebote beider Veranstalter folgen der gleichen Gespa-Liste, sodass die Hauptmärkte für ATP-Turniere in beiden Produkten vergleichbar sind. Die Unterschiede liegen in der Verfügbarkeit (Servicegebiet), in der Markenpräsenz in der Westschweiz, wo die Loterie Romande mit ihrem dichten Verkaufsstellennetz eine starke Stellung hat, und in den Details der Benutzeroberfläche und Aktionen, die in den eigenen Spielregeln und auf der Webseite geregelt sind. Wer in der Romandie wohnt, kommt an Jouez Sport nicht vorbei, wer in der Deutschschweiz wohnt, hat dort kein Konto.

Limits, Boni und Spielregeln

Auch bei der Loterie Romande gelten die einschlägigen Schutzinstrumente: Verlustlimiten, die der Spielende vor der ersten Wette setzt, eine Spielsperre auf Antrag, ein Eintrag im Sperrregister bei unbefristeter Sperre. Die Bonusstruktur und die genauen Limits sind in den Spielregeln des Veranstalters festgelegt, die online einsehbar sind und regelmässig aktualisiert werden. Gratiswetten und Gratisspielguthaben brauchen die Zustimmung der Gespa, die im Jahr 2025 für die Loterie Romande 24 und für Swisslos 8 solcher Einwilligungen erteilte. Die jeweilige Aktion ist auf das bewilligte Format beschränkt, mit klarer Einsatz- und Gewinnlimitierung.

Verdict Jouez Sport

Jouez Sport ist für ATP-Wetten die korrekte Adresse für Westschweizer Spielende. Das Angebot ist ebenso regelkonform und geschützt wie das von Sporttip, mit dem Vorteil der regionalen Verankerung über die Verkaufsstellen und der frankophonen Kundenbetreuung. Für Spielende ausserhalb des Vertragsgebiets ist das Produkt nicht zugänglich, und sie können sich auch nicht dafür anmelden, ohne gegen die Nutzungsbedingungen zu verstossen.

Offshore-Anbieter: was die Gespa-Sperrliste nicht abdeckt

Die folgenden Anbieter sind in der Schweiz ohne Bewilligung. Sie stehen hier als Referenz, weil Schweizer Spielende sie im Netz finden und ihre Werbung über internationale Kanäle in die Schweiz strahlt. Sie stehen hier nicht als Empfehlung.

Rabona

Rabona ist ein internationaler Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Lizenz, die der Anbieter in seinen Geschäftsbedingungen nennt, hat in der Schweiz keine Wirkung. Wer dort ein Konto eröffnet, ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, kann sich nicht über die Spielsperre der Gespa sperren lassen und hat im Streitfall keinen Schweizer Rekursweg. Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen.

Jackbit

Jackbit ist ein weiterer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Lizenzangabe auf der eigenen Seite ist in der Schweiz rechtlich bedeutungslos. Die Konsequenzen für den Spielenden sind dieselben wie bei Rabona: keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Spielsperre, keine Schweizer Sperrliste-Anbindung, mögliche DNS-Blockierung der Domain durch Schweizer Provider.

Sportuna

Sportuna gehört zur gleichen Kategorie. Es gibt keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Sperrregister, keine Schweizer Spielerkontrollen. Die Spieleröffnung verlangt aus der Sicht des Schweizer Rechts keine Voraussetzungen, die das Geldspielgesetz für eine bewilligte Wette vorschreibt.

Fezbet

Fezbet verfährt genauso. Keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, der Spielende ist im Streitfall auf den ausländischen Anbieter und dessen Gerichtsbarkeit angewiesen. Die Gespa kann die Domain auf die Sperrliste setzen, was zu DNS-Blockierung führt, aber nicht zu einem Schutz des bereits eingezahlten Kapitals.

Boomerang Bet

Boomerang Bet ist ein weiterer Offshore-Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Aufsichts- und Schutzmechanismen, die in der Schweiz für bewilligte Anbieter gelten, greifen hier nicht. Wer dort spielt, nimmt die Konditionen des Anbieters an, die in keinem Verhältnis zu den Schweizer Mindeststandards stehen müssen.

PowBet

PowBet folgt dem gleichen Muster. Keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Sperrregister, keine Schweizer Spielsperre, mögliche DNS-Sperre. Die Gespa nennt bet365 als Beispiel für einen Anbieter, der nach Blockierung der Hauptdomain auf neue Domains ausweicht.

HornetBet

HornetBet ist ein Offshore-Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Lizenz, die der Anbieter vorweist, ist in der Schweiz nicht anerkannt. Die Spielenden sind im Streitfall auf das ausländische Recht angewiesen, und ihre Gewinne sind nach kantonalem Steuerrecht (etwa in Thurgau) als steuerbares Einkommen behandelt, anders als Gewinne aus bewilligten Schweizer Wetten, die unter dem Freibetrag steuerfrei sind.

BetFury

BetFury schliesst die Reihe der hier betrachteten Offshore-Anbieter ab. Auch hier gilt: keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Schutz, keine Schweizer Spielsperre. Wer auf der Seite spielt, tut dies ausserhalb des Schweizer Rechtsraums.

Was die Bewertung der Offshore-Anbieter eint

Die acht Offshore-Anbieter unterscheiden sich in den Spielquoten, im Wettangebot und in der Benutzeroberfläche, aber im Schweizer Rechtsrahmen haben sie alle denselben Status: nicht bewilligt, nicht geschützt, nicht an das Sperrregister angeschlossen, mit der Möglichkeit der DNS-Blockierung. Wer zwischen ihnen wählt, wählt zwischen acht Varianten desselben rechtlichen Status. Wer in der Schweiz auf ein ATP-Match wetten will und auf den Schutz der Gespa-Liste und des Sperrregisters Wert legt, kommt an Swisslos und Loterie Romande nicht vorbei.

Kostenrechnung: was ein ATP-Markt tatsächlich kostet

Die Marge, die in jeder Quote steckt, ist der Preis, den der Spielende für jede Wette zahlt. Eine Marge von 5 % heisst 5 Rappen Verlust pro Franken Einsatz im statistischen Mittel über viele Wetten. Das ist der Mechanismus, an dem jede Quotenarbeit zuerst ansetzen muss.

Beispielrechnung: ausgeglichenes Match

Für ein ATP-Match mit ausgeglichenen Chancen bietet ein Veranstalter beide Seiten zu Quote 1.90 an. Die Auszahlungsquote ist 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ 1.0526 = 0.9500, also 95.0 %. Die Marge ist 5.0 %.

Setzt ein Spielender CHF 100 auf jede Seite (total CHF 200), wandern im Erwartungswert CHF 200 × 0.95 = CHF 190 an die Spielenden zurück, CHF 10 an den Veranstalter. Unabhängig vom Ausgang des Spiels behält der Veranstalter 5 % des Marktvolumens ein. Für den einzelnen Spielenden heisst das: Von 100 Wetten zu Quote 1.90 auf einen 50/50-Ausgang gewinnt er im Schnitt 50, verliert 50, und der Gewinn pro gewonnener Wette ist CHF 90 (Einsatz 100 mal 0.90 Nettogewinn), der Verlust pro verlorener Wette ist CHF 100. Der Erwartungswert pro Wette ist 50 × 90 + 50 × (−100) = −500, also ein durchschnittlicher Verlust von CHF 5 pro Wette. Das ist exakt die Marge von 5 %.

Was das für die Höhe der Quote heisst

Eine Quote von 1.85 / 1.85 ergibt eine Auszahlungsquote von 1 ÷ (1/1.85 + 1/1.85) = 1 ÷ 1.0811 = 0.9250, also 92.5 %, mit einer Marge von 7.5 %. Eine Quote von 1.95 / 1.95 ergibt eine Auszahlungsquote von 1 ÷ 1.0256 = 0.9750, also 97.5 %, mit einer Marge von 2.5 %. Die Spanne ist real, und sie entscheidet darüber, wie viel vom Einsatz langfristig beim Spielenden bleibt. Bei jeder Hauptmarkt-ATP-Wette auf Sporttip liegt die Marge typischerweise zwischen 4 % und 7 %, je nach Marktliquidität und Turnier. Auf exotischen Märkten (genauer Satz-Score, Anzahl Asse, erste Aufschlagquote) sind Margen von 8 % bis 12 % nicht ungewöhnlich.

Wann sich die Marge verschiebt

Die Marge ist keine Konstante. Sie steigt, wenn ein Markt illiquide wird (wenig Volumen, wenige Informationen), und sie sinkt, wenn zwei Anbieter denselben Markt aggressiv bewerten und sich gegenseitig unterbieten. Auf der ATP Tour bewegen sich die Margen im Tagesverlauf: Vor einem Match sind sie oft weiter, weil der Veranstalter seine Position absichern will, während des Matches enger, wenn die Live-Daten das Risiko präziser schätzen lassen. Wer am Morgen eines Grand-Slam-Halbfinals auf einen Match-Winner setzt, zahlt typischerweise eine höhere Marge als der Live-Wettende in der zweiten Satzpause.

Kosten des Cash-Outs

Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn und hängt vom Stand der Sportereignisse ab. Sporttip muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten und kann den Betrag jederzeit ändern. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Aus ökonomischer Sicht ist Cash-Out eine zweite Wette: Der Veranstalter kauft dem Spielenden die offene Wette zu einem von ihm selbst bestimmten Preis ab. In diesem Preis steckt wieder eine Marge. Wer vor dem Match zu Quote 2.50 auf einen Spieler gesetzt hat und beim 1:0 in Sätzen cash-outen will, bekommt nicht den fairen 2.50 × Einsatz, sondern den um die Live-Marge und einen Risikoabschlag reduzierten Wert. Cash-Out ist ein Werkzeug, das die Varianz reduziert, aber es ist nicht gratis.

Kosten des Kombiboosts

Der Kombiboost ist ein Bonus, der den Nettogewinn bei Kombinationswetten aufstockt. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen mit Einzelquote je mindestens 1.50. Auf den ersten Blick sieht 100 % Bonus verlockend aus. Aber die Marge in den Einzelquoten kumuliert sich: Zehn Wetten zu 1.50 ergeben eine faire Gesamtquote (ohne Margen) von 1.50¹⁰ = 57’665, mit 5 % Marge pro Wette eine reale Gesamtquote, die deutlich tiefer liegt. Der Boost gleicht einen Teil der kumulierten Marge aus, aber er gleicht sie nicht vollständig aus. Er ist ein Werbeinstrument, das die Marge kaschiert, nicht eliminiert.

Häufige Fragen zu ATP Wetten in der Schweiz

Auf welche ATP-Turniere kann in der Schweiz gewettet werden?

In der Schweiz darf auf alle ATP-Turniere gewettet werden, die auf der Gespa-Liste der bewilligten Wettbewerbe stehen, und nur über die zwei bewilligten Veranstalter Swisslos (Sporttip) und Loterie Romande (Jouez Sport). Die Liste umfasst die ATP Masters 1000, die ATP 500 und die ATP 250 sowie die ATP Finals, und wird regelmässig aktualisiert, zuletzt am 10.09.2026. Wetten auf die Grand Slams sind möglich, diese werden allerdings von der ITF und nicht von der ATP veranstaltet. Welche Märkte pro Turnier verfügbar sind, hängt ebenfalls von der Liste ab.

Wie entsteht die Quote bei einem Tennismatch, und welchen Einfluss hat der Belag?

Die Quote entsteht aus der Einschätzung des Veranstalters über die Siegchance jedes Spielers, korrigiert um die Marge, die er einpreist. Bei einer fairen Einschätzung wäre die Quote der Kehrwert der Wahrscheinlichkeit, in der Realität liegt sie wegen der Marge darunter. Der Belag (Hartplatz, Sand, Rasen, Indoor) hat einen erheblichen Einfluss, weil die meisten Profis auf einem Belag stärker spielen als auf einem anderen. Ein Spieler, der auf Sand dominiert, bekommt auf Rasen eine niedrigere Quote als sein Ranking suggeriert, und umgekehrt. Die Form der letzten Wochen, die Reisemüdigkeit und die Tagesverfassung kommen als zweite Ebene dazu.

Wie wird eine Wette behandelt, wenn ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird?

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, wird die Wette in der Regel gegenstandslos, und der Einsatz wird zurückerstattet. Die genauen Regeln hängen vom Veranstalter und vom Wetttyp ab; Sporttip formuliert das in seinen Spielregeln und Teilnahmebedingungen. Im Zweifelsfall ist die Wette ungültig, der Einsatz geht zurück, kein Gewinn, kein Verlust. Das gilt für Einzelwetten, bei Kombiwetten fällt das betroffene Bein aus, die übrigen Beine bleiben aktiv.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?

Der Gewinnbetrag berechnet sich als Einsatz mal Quote, bei Kombinationswetten mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird der Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Wer CHF 50 zu Quote 2.40 setzt, erhält im Gewinnfall CHF 120 zurück, davon CHF 50 Einsatz und CHF 70 Nettogewinn. Bei einer Kombiwette mit drei Beinen zu 1.80, 2.10 und 1.95 ist die Gesamtquote 1.80 × 2.10 × 1.95 = 7’371, und der Gewinn aus einem Einsatz von CHF 20 ist CHF 147.42.

Welche Verlustlimiten und welche Spielsperre gelten bei den beiden Schweizer Veranstaltern?

Bei Sporttip müssen vor der ersten Wette Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, maximal CHF 9’999 pro Periode, für unter 21-Jährige maximal CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Die Spielsperre ist produktbezogen für 1 bis 180 Tage möglich, ohne vorzeitige Aufhebung; eine unbefristete Spielsperre wird in das schweizweite Sperrregister eingetragen und gilt auch für Casinos und in Liechtenstein. Die Loterie Romande bietet entsprechende Instrumente an, die in ihren eigenen Spielregeln geregelt sind. Wer eine Spielsperre beantragt, kommt nicht vor Ablauf der Frist wieder ins Konto, und die Sperre gilt über den jeweiligen Anbieter hinaus.

Sind Gewinne steuerfrei, und was bedeutet «je nach Kanton» beim Steuerfreibetrag?

Gewinne aus bewilligten Schweizer Sportwetten sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Der Bundessteuerfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, der kantonale Freibetrag unterscheidet sich je nach Kanton, daher «je nach Kanton». Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden kann. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, werden aber im Kanton Thurgau als steuerbares Einkommen behandelt. Bei Gewinnen im niedrigen fünfstelligen Bereich fallen in der Regel weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an.

Inhalt erstellt vom Team «gratiswetteinfo»