Online Badminton Wetten in der Schweiz: was Spielerinnen und Spieler wissen müssen
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Oktober 19, 2026 – Daten gegenüber Gespa-Liste (Stand 10.09.2026) und Sporttip-Spielregeln (Version 4.2) abgeglichen.
Eine Frage taucht in Schweizer Wettforen regelmässig auf: Lässt sich auf Badminton tippen, und wenn ja, bei wem? Die Antwort lautet ja, aber nur über zwei Veranstalter, die im Geldspielgesetz (BGS) festgeschrieben sind. Diese Seite zeichnet nach, wie Badminton getippt wird, welche Quoten und Limits bei Sporttip und Jouez Sport gelten, was eine Wette unter dem Schutz des Schweizer Gesetzes tatsächlich liefert – und was mit Buchmachern passiert, die keine Bewilligung haben.
Badminton als Wettsport: Zählweise, Disziplinen, Wettarten
Wie ein Badminton-Match entschieden wird
Ein Einzelmatch im Badminton wird über zwei Gewinnsätze gespielt, jeder Satz geht bis 21 Punkte. Gewonnen ist ein Satz, wenn eine Seite mindestens 21 Punkte und zugleich zwei Punkte voraus ist. Bei 20:20 wird verlängert, bis eine Partei die zwei Punkte Differenz hält – oder bis 30:29, was das absolute Maximum ist. Vor 2006 galt die «Service wins the rally»-Regel; seither zählt jede Rallye, ein Servicewechsel allein entscheidet keinen Punkt mehr.
Diese Zählweise schlägt direkt auf die Wettmärkte durch. Wer auf «Satz 1 gewinnt Spielerin A» setzt, wettet auf ein Teilergebnis, das isoliert vom späteren Matchverlauf bestehen kann. Bei den Badminton-Quoten aus dem Schweizer Sporttip-Programm wird die typische Drei-Wege-Wette «Sieger Match» angeboten, dazu Satzwetten und teilweise Handicap-Linien. Was nicht in jedem Spielplan steht: Wetten auf eine bestimmte Anzahl Sätze oder auf das exakte Satzresultat – beides ist wegen der Verlängerung bei 20:20 schwer zu kalibrieren.
Fünf Disziplinen, drei grosse Cups
Der internationale Badminton-Sport kennt fünf Disziplinen: Dameneinzel, Herreneinzel, Damendoppel, Herrendoppel und Mixed (gemischtes Doppel). Gespielt wird auf einem Feld von 13,40 m Länge; die Breite beträgt im Einzel 5,18 m, im Doppel 6,10 m. Der Weltverband BWF (Badminton World Federation), seit 2006 so benannt, hervorgegangen aus der 1934 gegründeten International Badminton Federation, organisiert den Weltcup-Zirkus und das Ranking. Die bedeutendsten Teamwettbewerbe sind der Thomas Cup (Herren, seit 1949), der Uber Cup (Damen, seit 1957) und der Sudirman Cup (gemischte Teams, seit 1989). Hinzu kommen die seit 1899 ausgetragenen All England Championships und weitere BWF World Tour Super 1000 Events wie China Open, Malaysia Open und Indonesia Open.
Was sich 2027 ändert: Sätze bis 15, Verlängerung bis 21
Die Generalversammlung der BWF hat 2025 mit 82 Prozent Zustimmung beschlossen, die Satzlänge ab 2027 auf 15 Punkte zu kürzen. Verlängert wird dann bis 21 statt bis 29 wie bisher. Wer heute schon auf Badminton tippt, sollte wissen, dass die Quotenmodelle der Buchmacher neu kalibriert werden, sobald das Reglement greift. Wetten auf alte Satzformat-Quoten ab 2027 haben mit dem realen Spielverlauf nichts mehr zu tun. Konsequenz: wer über eine Turniersaison hinweg tippt, sollte das Datum der Umstellung im Blick behalten, bevor ein Langzeitmarkt abgeschlossen wird.
Welche Wetten für Badminton typisch sind
Das Standardprogramm bei internationalen Badminton-Turnieren folgt drei Linien:
- Matchsieger (1X2 nach Schweizer Lesart: Sieg A / Sieg B): die einfachste Wette, da Badminton ohne Unentschieden gespielt wird.
- Satzwetten: Ergebnis des ersten Satzes, exaktes Satzresultat, «mindestens ein Satz geht in die Verlängerung». Diese Märkte sind wegen der Zählweise bis 21 (oder 20:20-Verlängerung) attraktiv, aber die Quoten fallen moderater aus als im Fussball, weil es nur zwei volle Gewinnsätze gibt.
- Handicap-Wetten: eines der beiden Kontrahenten bekommt einen virtuellen Satz oder Punkte-Vorsprung. Sinnvoll, wenn ein klarer Favorit antritt und die Quote auf den Sieg gegen 1.10 läuft.
Kombinationswetten über mehrere Disziplinen desselben Spiels sind bei Sporttip nur über die «Bet-Builder-Funktion» zulässig – andernfalls nimmt der Veranstalter voneinander abhängige Wetten gar nicht erst an oder erklärt sie im Nachhinein als ungültig. Was die internationalen Online-Wettanbieter ohne Schweizer Bewilligung anbieten, ist hier nicht nachgezeichnet; was Research abdeckt, ist «kein Schweizer Anbieter» – mehr nicht.
Rechtslage: wer in der Schweiz überhaupt wetten lassen darf
Das Geldspielgesetz und seine Konsequenz für jede Wettseite
Das Schweizer Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) ordnet Online-Sportwetten als Grossspiele ein und unterstellt sie der Aufsicht durch die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern). Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und pro Spiel eine eigene Spielbewilligung (Art. 21–25 BGS). Diese Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS); eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder von sonstwo hat hier keine Kraft. Wer in der Schweiz Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung anbietet, macht sich strafbar – bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bei gewerbsmässigem Betrieb (Art. 130 BGS). Der Spielende selber wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinerlei Schweizer Rekursmöglichkeit.

Was bedeutet das praktisch? Eine ausländische Wettseite kann technisch aus der Schweiz erreichbar sein, ihren Status ändert das nicht. Die Gespa publiziert eine Sperrliste gesperrter ausländischer Domains, die Schweizer Internetprovider per DNS blockieren; Ende 2025 standen 671 Domains auf dieser Liste. Geblockte Domains tauchen erfahrungsgemäss innerhalb von Stunden unter anderer Adresse wieder auf, das sogenannte Domain-Hopping – aber die Sperre selbst bleibt bestehen.
Nur zwei Veranstalter dürfen Sportwetten anbieten
Die Kantone haben über die Interkantonale Vereinbarung (IKV 2020) die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein sowie Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport für die Westschweiz (FR, GE, JU, NE, VD, VS). Wer in einem dieser Kantone wohnt, kann sich online registrieren und bei seinem Veranstalter tippen. Wer im anderen Sprachraum wohnt, kann sich dort nicht anmelden.
Das hat Folgen für jede Empfehlung aus dem Internet: Eine «Top-10-Liste Schweizer Buchmacher» existiert nicht. Es gibt zwei Veranstalter, und was die Liste darüber hinaus nennt, sind ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung – Boni, Quoten und Märkte sind dort anders geregelt als hier beschrieben.
Die Gespa-Liste: was überhaupt gewettet werden darf
Was auf welchen Sport gewettet werden darf, ist eine geschlossene Liste (Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Die Gespa führt dort erlaubte Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen; Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind nicht zugelassen. Qualifikationsrunden gelten nur, wenn sie auf der Liste stehen; Frauen-Wettbewerbe nur, wenn sie dort stehen; Rangwetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Trainingsläufe dürfen nicht gewettet werden. Was die Liste nicht enthält: Eckball- oder Kartenmärkte, keine Esports-Sektion. Eine Ecke oder eine gelbe Karte gibt es im Badminton ohnehin nicht; die Frage ist eher, ob bestimmte Satzwetten oder Handicap-Formate ausgeschrieben sind, und das hängt vom jeweiligen Turnier ab.
Live-Wetten und Cash-Out bei Sporttip
Live-Wetten sind erlaubt, vor und während des Spiels. Bei Sporttip zählt eine Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, werden mit Quote 1.00 gewertet. Cash-Out wird für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten angeboten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und ausschliesslich als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der ausgelöste Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen späteren Wettgewinn, hängt vom Spielverlauf ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden. Eine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt zur Verfügung steht, gibt es nicht. Wird Cash-Out ausgeführt, lässt er sich nicht rückgängig machen.
Steuerliche Lage: Freibetrag, Verrechnungssteuer, kantonale Praxis
Gewinne aus bewilligten Grossspielen in der Schweiz sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Die bundesrechtliche Schwelle liegt seit 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (zuvor CHF 1’070’400); die kantonale Schwelle weicht ab, was die Formulierung «je nach Kanton» in den meisten Steuerunterlagen erklärt. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, rückforderbar durch Deklaration im Steueramt.
Ein typischer Wettgewinn aus dem Badminton-Programm liegt weit unter dieser Schwelle: Keine Einkommensteuer, keine Verrechnungssteuer. Ausländische Gewinne unterliegen keiner Verrechnungssteuer, sind aber nach der kantonalen Praxis des Kantons Thurgau vollständig als Einkommen steuerbar, unabhängig von der Höhe. Eine Wettsteuer auf den Einsatz existiert in der Schweiz nicht. Verbindliche Auskunft gibt das kantonale Steueramt oder der Steuerberater.
Spielerschutz bei Sporttip und Jouez Sport
Verlustlimiten: vom Spieler selbst gesetzt
Wer bei Sporttip online mitmachen will, muss vor der ersten Wette Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze beträgt CHF 9’999 pro Periode, für unter 21-Jährige CHF 1’000. Eine Senkung der Limite greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für je 30 Tage setzen. Was die Gespa-Verordnung verlangt, ist «eine oder mehrere Maximalwerte» für täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Einsatz oder Verlust (Art. 87 VGS); die Senkung greift nach Gesetz sofort, die Erhöhung erst nach 24 Stunden – Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen strenger die 72-Stunden-Frist an. Eine fixe staatliche Einzahlungssperre wie in Deutschland oder den Niederlanden gibt es in der Schweiz nicht.

Spielsperre und Sperrregister
Bei Swisslos kann der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst gesperrt werden; eine vorzeitige Aufhebung ist ausgeschlossen. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt automatisch auch für Schweizer Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie für das Fürstentum Liechtenstein. Drei Monate Mindestdauer für freiwillige Sperren sieht Art. 84 VGS vor; die Aufhebung erfolgt unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine freiwillige Pause bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS).
Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS). Was viele nicht wissen: Wer einmal gesperrt ist, kann sich nicht «einfach» bei einer ausländischen Plattform anmelden und weiterspielen – die Sperre gilt für die schweizweit bewilligten Veranstalter, nicht für Offshore-Seiten, weshalb die Verlockung gerade für gesperrte Personen besonders gefährlich ist.
Verkaufsstellen-Test 2025: was die Gespa gemessen hat
Die Gespa hat 2025 an Verkaufsstellen Testkäufe durchgeführt: Bei einem Fünftel der Versuche wurde an Minderjährige verkauft – exakt 47,5 % von 200 Stichproben. Das bedeutet nicht, dass der Online-Identitätsschutz vergleichbar schwach wäre: Online verlangt die Gespa eine verifizierte Identität pro Account, und pro Person ist nur ein Konto zugelassen. Die genannte Zahl betrifft den Verkauf an der Lotto-Theke. Wer daraus ein Argument für Online strickt, macht sich die Statistik passend – sie zeigt ein anderes Bild.
Werbung: was erlaubt ist und was nicht
Werbung für Geldspiele darf weder aufdringlich noch irreführend sein und nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen gerichtet werden (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten, Freispiele oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 hat die Aufsicht 24 solcher Bewilligungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Eine Tageszeit-Sperre für Werbung gilt im Gesetz nicht.
Praktisch heisst das: Wer ein «Willkommensangebot» oder «Free Bet» auf einer Seite sieht, die nicht Swisslos oder Loterie Romande heisst, schaut auf eine Plattform, die in der Schweiz nicht bewilligt ist – unabhängig davon, wie gross der Bonus daherkommt.
Badminton-Quoten lesen: Quoten, Kombiboost und Auszahlung
Wie eine Quote entsteht
Eine Wettquote bildet ab, was der Veranstalter gegen den jeweiligen Ausgang zahlt. Eine Quote von 2.00 auf Sieg A heisst: Einsatz 10 Franken, Gewinn 20 Franken, Netto 10 Franken. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet – ein Detail, das bei kleinen Einsätzen sichtbar wird.
Der Kombiboost von Sporttip erhöht den Nettogewinn einer Online-Kombiwette, sofern mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von je mindestens 1.50 zusammenkommen. Der Bonus bewegt sich nach Anzahl Voraussagen: 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert, der Bonus gilt nur online für Prematch, Live und Systemwetten.
Quotenboosts und Profitboosts
Quotenboosts bei Sporttip gelten ausschliesslich online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage und sind pro Wettenden nur einmal nutzbar; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines ausgewählten Ereignisses um einen genannten Prozentsatz. Beide sind in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Was Quoten über die Veranstaltermarge verraten
Die Marge des Wettmarkts – auch «overround» genannt – berechnet sich aus den Quoten aller Ausgänge eines Marktes. Beispiel: Angenommen ein fiktives Badminton-Match hat die Quoten 1.90 auf Spielerin A und 1.90 auf Spielerin B. Die Auszahlungsquote errechnet sich zu 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ (0,5263 + 0,5263) ≈ 1 ÷ 1,0526 ≈ 95,00 %. Die Marge ist dann 100 % − 95,00 % = 5,00 %. Das ist eine Bandbreite, kein fester Wert – die konkreten Badminton-Quoten des Tages können sowohl darunter als auch darüber liegen.
In der Praxis liegt die Marge bei den grossen Fussball-Ligen teils unter 4 %, bei Randdisziplinen wie Badminton eher über 5 bis 7 %, weil das Wettvolumen kleiner ist und der Veranstalter einen grösseren Risikoaufschlag verlangt. Für Wettende heisst das: Bei einem typischen Badminton-Markt ist die Marge tendenziell höher als im Fussball, der erwartete Rückfluss pro eingesetztem Franken ist entsprechend niedriger.
Mindest- und Höchsteinsätze bei Sporttip
Die Sporttip-Spielregeln setzen den Mindesteinsatz auf CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, den Höchsteinsatz auf CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Der Veranstalter kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Was Spielerinnen und Spieler übersehen: Auf dem Wettschein steht die Limite oft nicht direkt – wer fünfstellig setzen will, fährt besser mit mehreren Scheinen unter dem Limit als mit einer abgewiesenen Wette.
Was Cash-Out wirklich bedeutet
Wer mitten im Match verkauft, gibt einen Teil des möglichen Gewinns für sofortige Liquidität ab. Der Cash-Out-Wert bei Sporttip liegt unter dem möglichen nicht vorzeitigen Wettgewinn, hängt vom Spielstand ab und kann vom Veranstalter jederzeit angepasst werden. Wer Badminton wegen der schnellen Punktfolgen live tippt, sieht ständig neue Cash-Out-Werte – die psychologische Falle besteht darin, einen Gewinn «mitzunehmen», der ohne Verkauf höher ausgefallen wäre.
Die Anbieter im Überblick
Swisslos Sporttip
Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel ist einer der beiden in der interkantonalen Vereinbarung festgelegten Veranstalter. Das Sportwetten-Produkt heisst Sporttip und wird im Vertragsgebiet der Deutschschweizer Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH), im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Eine Online-Registrierung verlangt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in diesem Vertragsgebiet, mindestens 18 Jahre, keine bestehende Spielsperre und nur ein Konto pro Person. Die Identität wird per Ausweis-Upload und Datenbankabgleich verifiziert. Bewilligungsbasis: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht durch die Gespa.
Loterie Romande Jouez Sport
Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) führt unter dem Produktnamen Jouez Sport die Sportwetten in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura durch. Die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; im Vertrieb zählt die Loterie Romande 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Online-Registrierung steht nur Personen mit Wohnsitz im eigenen Vertragsgebiet offen. Bewilligungsbasis: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht durch die Gespa.
Die ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung
Im Recherche-Material folgen auf die zwei Schweizer Veranstalter Marken wie Rollbit, BDMBet, BetFury, Unibet, Rabona, BetOnRed, Betovo und HornetBet. Sie alle tragen den Vermerk «ohne Schweizer Bewilligung». Ihre Lizenzen – wo immer sie ausgestellt sind – haben in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Sie sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, es gibt keine Schweizer Rekursmöglichkeit, und ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen. Was die Anbieter im Detail zu Badminton, Quoten oder Auszahlungsgeschwindigkeit sagen, wird im Schweizer Kontext nicht überprüft, weil es hier nicht zählt.
| Anbieter | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalter-Status |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Bewilligt (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS) | Deutschschweizer Kantone, Tessin, Liechtenstein |
| Loterie Romande Jouez Sport | Bewilligt (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS) | Westschweizer Kantone (FR, GE, JU, NE, VD, VS) |
| Rollbit | Keine Schweizer Bewilligung | Lizenzstatus laut Anbieter nicht belegt – ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BDMBet | Keine Schweizer Bewilligung | Lizenzstatus laut Anbieter nicht belegt – ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BetFury | Keine Schweizer Bewilligung | Lizenzstatus laut Anbieter nicht belegt – ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Unibet | Keine Schweizer Bewilligung | Lizenzstatus laut Anbieter nicht belegt – ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Rabona | Keine Schweizer Bewilligung | Lizenzstatus laut Anbieter nicht belegt – ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BetOnRed | Keine Schweizer Bewilligung | Lizenzstatus laut Anbieter nicht belegt – ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Betovo | Keine Schweizer Bewilligung | Lizenzstatus laut Anbieter nicht belegt – ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| HornetBet | Keine Schweizer Bewilligung | Lizenzstatus laut Anbieter nicht belegt – ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
Die Tabelle trägt eine Spalte, die in Vergleichstabellen sonst fehlt: den Status der Bewilligung. Wer ein Schweizer Konto eröffnen möchte, kommt an den ersten beiden Zeilen nicht vorbei – alles dahinter richtet sich an Personen, die das Schweizer Schutzsystem bewusst verlassen.
Wetten, Quote, Marge in der Praxis
Was eine Badminton-Wette bei 1,90 / 1,90 kostet
Eine angenommene Quote von 1,90 auf jeden der beiden Spieler im Finale bedeutet für den Veranstalter pro 100 Franken Gesamteinsatz rund 95 Franken Auszahlung an die Wettenden und etwa 5 Franken Marge. Wer 10 Franken auf den Favoriten setzt und gewinnt, erhält 19 Franken, also 9 Franken Netto. Bei einem knappen Markt bewegen sich die Quoten Richtung 1.85 auf jeder Seite, was die Marge hebt: 1 ÷ (0,5405 + 0,5405) ≈ 92,5 %, Marge rund 7,5 %. Bei einem klaren Favoriten fällt die Quote auf 1.45 oder tiefer, die Gegnerquote steigt auf 2.50 oder mehr – die Summe der Kehrwerte bleibt über 1, und damit die Marge.
Das ist der Punkt, an dem Quotenboosts wirken. Ein «Quotenboost» von 1.60 auf einen 1.45-Favoriten verkürzt die implizite Marge nicht – er verschiebt Gewinnausschüttung zwischen den Wettenden, ändert aber die Marge des Marktes nicht. Wer glaubt, ein Boost sei gratis Geld, rechnet ohne den Anbieter.
Wann sich der Kombiboost rechnet
Der Kombiboost von Sporttip skaliert mit der Anzahl der Voraussagen. Wer vier Tipps à 1.50 kombiniert, bekommt 5 % auf den Nettogewinn zusätzlich. Bei Gesamtquote 1.50⁴ = 5.0625, einem Einsatz von 10 Franken, wäre der Bruttogewinn 50,63 Franken, der Nettogewinn 40,63 Franken. Mit Boost: 42,66 Franken. Der Boost kostet Wettrisiko, das mit jedem zusätzlichen Tipp quadratisch wächst: Sechzehn Tipps à 1.50 stehen 1,50¹⁶ ≈ 656, als Nettoquote – bei einer Trefferquote von 95 % pro Tipp liegt die Wahrscheinlichkeit, alle sechzehn zu treffen, bei etwa 44 %.
Wer vier oder fünf Badminton-Tipps kombiniert und dabei bleibt, fährt besser als bei einem Fünfzehn-Tipper-Multis. Der Boost bezahlt die zusätzliche Marge, die das lange Kombi in den Markt drückt.
Die Kosten einer «Gratis»-Wette
Eine Werbung verspricht oft eine «Gratiswette». Übersehen wird, dass die «Gratiswette» meistens an Bedingungen geknüpft ist: Mindestquote, Einsatz auf bestimmte Märkte, Frist. Bei Schweizer Veranstaltern ist Gratisspielguthaben bewilligungspflichtig (Art. 75 Abs. 2 BGS) – die Gespa hat 2025 nur 24 Bewilligungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Was als «free bet» beworben wird, ist in den meisten Fällen ein Marketing-Begriff, dessen Kosten erst im Kleingedruckten stehen.
Häufige Fragen
Welcher Veranstalter ist in der Schweiz für Badminton-Wetten zuständig?
In der Schweiz dürfen nur Swisslos (mit Sporttip) und Loterie Romande (mit Jouez Sport) Sportwetten anbieten. Wer in den Deutschschweizer Kantonen, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, spielt bei Sporttip; wer in Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt oder Wallis wohnt, spielt bei Jouez Sport. Wohnsitz im Vertragsgebiet ist Voraussetzung für die Online-Registrierung.
Welche Badminton-Märkte sind in der Schweiz verfügbar?
Die Gespa führt eine geschlossene Liste erlaubter Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen; was dort steht, darf angeboten werden. Typisch im Badminton sind Matchsieger, Satzwetten (inklusive exaktes Satzresultat) und Handicap-Linien. Welche konkreten Märkte pro Turnier live sind, hängt vom Wettprogramm des Veranstalters ab – wer früh tippen will, prüft das Programm vor der Wette.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?
Der Gewinn ist Einsatz × Quote; bei einer Kombiwette ist die Quote das Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird der Gewinn zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Eine Wette von 10 Franken auf Quote 2.20 zahlt 22 Franken; auf Quote 1.85 zahlt sie 18,50 Franken.
Was ist die Marge im Wettmarkt und wie liest sie sich aus Quoten?
Die Marge ergibt sich aus der Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes minus 1. Beispiel: 1.90 / 1.90 ergibt Marge ≈ 5 %; 1.85 / 1.85 ergibt Marge ≈ 8 %. Je höher die Summe der Kehrwerte über 100 % liegt, desto mehr hält der Veranstalter von jedem eingesetzten Franken zurück.
Welche Verlustlimiten gelten und wie lange dauert eine Spielsperre mindestens?
Vor der ersten Sporttip-Wette setzen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage (maximal CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000). Senkungen greifen sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden. Eine Spielsperre ist freiwillig ab 1 Tag, maximal 180 Tage, ohne vorzeitige Aufhebung; eine unbefristete Sperre wird in das Schweizer Sperrregister eingetragen und gilt auch für Casinos.
Sind Wettgewinne steuerfrei und was bedeutet «je nach Kanton»?
Gewinne aus bewilligten Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn; die bundesrechtliche Schwelle liegt seit 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000. Die kantonale Schwelle weicht ab – daher der Hinweis «je nach Kanton». Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab. Ausländische Gewinne sind nach Thurgauer Praxis vollständig steuerbar.
Sportarten – gratiswetteinfo
Inhalt erstellt vom Team «gratiswetteinfo»
