Weltmeister wetten in der Schweiz: Wer anbieten darf, was eine Quote kostet und was die WM 2030 verändert
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Aktualisiert am Oktober 19, 2026 – geprüft gegen die Bewilligungsregister der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern), die Spielregeln von Swisslos/Sporttip (Version 4.2) und die Liste der zugelassenen Sportereignisse und Wettarten (Stand 10.09.2026).
Die Fussball-Weltmeisterschaft 2026 ist gespielt: 48 Nationen, 104 Partien vom 11. Juni 2026 bis zum 19. Juli 2026 in Kanada, Mexiko und den USA, das Endspiel gewann Spanien am 19. Juli 2026 im MetLife Stadium in East Rutherford mit 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien. Wer in der Schweiz auf den Weltmeister wetten will, hat heute nur zwei bewilligte Veranstalter vor sich, eine geschlossene Liste erlaubter Märkte und ein paar sehr konkrete Regeln, die eine Wette teurer machen, als die ausgelobte Quote vermuten lässt. Der folgende Überblick zeigt, was erlaubt ist, was eine Quote über die Auszahlung verrät und was sich für die nächste WM 2030 in Spanien, Portugal und Marokko abzeichnet.
Was eine Wette auf den Weltmeister wirklich ist
Eine Weltmeisterwette ist eine Langzeitwette auf den Sieger eines Turniers, abgegeben lange vor oder während des Wettbewerbs. Sie wird zur Quote des Tages abgeschlossen und später nach dem tatsächlichen Ausgang abgerechnet. Wer tippt, wettet gegen die Veranstalterin, nicht gegen andere Spielende – das Gegenüber ist Swisslos als Produkt Sporttip auf der Deutschschweizer Seite oder Loterie Romande mit Jouez Sport in der Romandie.

Die Quote, die im Wettschein steht, ist nie der volle «faire» Preis. Sie enthält eine Marge der Veranstalterin, die je nach Markt, Zeitpunkt und Ereignis schwankt. Bei einem 1X2-Markt mit Quoten 2.10 / 3.40 / 3.60 errechnet sich die Auszahlungsquote als 1 ÷ (1/2.10 + 1/3.40 + 1/3.60), also rund 90.4 %; die Marge liegt entsprechend bei etwa 9.6 %. Auf den ersten Blick klein, auf Dauer entscheidend: wer langfristig auf solche Quoten setzt, verliert im Mittel etwa jeden zehnten Franken wieder.
Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, wertet Sporttip mit Quote 1.00 – der Einsatz wird zurückgegeben, ein Gewinn entsteht nicht. Dasselbe gilt in spielentscheidenden Situationen, etwa bei einem Elfmeter, einer Roten Karte oder einer Videoschiedsrichter-Entscheidung, wenn die Veranstalterin das so festlegt. Die Spielregeln sind hier klar: Livewetten sind erlaubt, aber nicht jede Sekunde eines Spiels ist tatsächlich offen.
Prognosen, Tippgeber und der Rest, der keine Gewinngarantie ist
Vor einem grossen Turnier tauchen Prognosen, Favoritenquoten und Wett-Tipps in dichter Folge auf. Sieht man genauer hin, sind es drei verschiedene Dinge, die in der Werbung oft vermischt werden: Quoten der Veranstalterin, die eine Einschätzung des Marktes abbilden; Ranglisten von Sportredaktionen, die Form, Kader und Spielplan gewichten; und individuelle Tipps, die je nach Tippgeber zwischen fundierter Analyse und blossem Bauchgefühl liegen.

Keine dieser Grundlagen kann das Ergebnis vorhersagen. Wettquoten bilden die Einschätzung des Marktes, nicht den Ausgang; eine Quote von 4.50 für Brasilien heisst nicht, dass Brasilien mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 22 % gewinnt, sondern nur, dass der Markt diese Einschätzung hat – korrigiert um die Marge. Wer das verwechselt, sieht in jeder Quote eine versteckte Wahrscheinlichkeit, die es so nicht gibt.
Wer trotzdem mit Prognosen arbeiten will, sollte drei Dinge trennen. Erstens: Welche Spieler sind verletzt oder gesperrt, und wer ist überhaupt im Kader? Zweitens: Wie schwer ist die Gruppe, und wer hat im Turnierverlauf einen günstigeren Pfad? Drittens: Wie hat die Mannschaft bei vergangenen Endrunden gespielt, und zwar gegen ähnlich starke Gegner? Wer nur den Namen einer Mannschaft prüft, hat noch keine Analyse gemacht. Und wer eine Wette als Ersatz für ein Einkommen betrachtet, hat die Mechanik nicht verstanden: die Marge sorgt dafür, dass die Veranstalterin über die Summe vieler Wetten gewinnt, nicht der einzelne Tippgeber.
Wettarten, Quoten und die Frage, was eine Kombi wirklich bringt
Wer auf die Fussball-WM wetten will, begegnet mehreren Wettarten, die in der Schweiz auf der Liste der Gespa stehen. Die wichtigsten:
- Einzelwette auf ein Spiel, etwa Sieg Heimmannschaft, Unentschieden oder Auswärtssieg. Hier gilt die reguläre Spielzeit von rund 90 Minuten plus Nachspielzeit; Verlängerung und Elfmeterschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist.
- Kombiwette auf zwei oder mehr Einzelspiele; die Quoten multiplizieren sich. Eine 1.50er-Quote auf Spiel A und eine 2.20er-Quote auf Spiel B ergeben kombiniert 3.30. Gewonnen ist die Wette nur, wenn alle Teile eintreffen.
- Systemwette, bei der mehrere Kombinationen aus denselben Spielen gebildet werden, etwa ein «Yankee» mit vier Spielen in elf Kombinationen. Der Höchsteinsatz pro Systemwette liegt bei Sporttip bei CHF 10’000, der Mindesteinsatz bei CHF 1.
- Langzeitwette auf Turniersieger, Torschützenkönig oder ähnliches; abgerechnet wird nach dem tatsächlichen Ergebnis. Bei der WM 2026 war Kylian Mbappé mit 10 Toren Torschützenkönig.
- Livewette während des Spiels; das Angebot hängt von der Veranstalterin ab, ein Anspruch auf einen bestimmten Live-Markt besteht nicht.
Spezialmärkte: Torschützenkönig, «Wer wird Weltmeister», Gruppensieger, «Erreicht das Achtelfinale» und ähnliche Langzeitmärkte sind attraktiv, weil die Quoten hoch aussehen. Aber sie sind das Spiel mit der grössten Marge: Je ungewöhnlicher der Markt, desto mehr Spielraum hat die Veranstalterin, weil das Geld weniger breit gestreut ankommt. Wer auf Spanien als Sieger tippt, als der Markt Spanien mit 6.50 quotiert, und Spanien gewinnt tatsächlich, erhält 6.50 mal Einsatz zurück. Wer aber auf Japan als Sieger tippt, und die Quote war 80.0, gewinnt 80-fach, falls Japan tatsächlich Weltmeister wird. Die Gegenrechnung: die Veranstalterin verliert in solchen Fällen viel, also kalkuliert sie die Quoten sehr vorsichtig. Das ist der Grund, warum die Marge bei Spezialmärkten oft im zweistelligen Prozentbereich liegt.
Bet-Builder und abhängige Märkte: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung kombiniert Sporttip nur über die «Bet-Builder-Funktion». Wer versucht, «Mehr als 2.5 Tore» und «Beide Teams treffen» auf demselben Spiel als klassische Kombiwette zu spielen, wird zurückgewiesen – die Veranstalterin kann die Wette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist keine Schikane, sondern Buchmacherlogik: zwei Wetten, die dasselbe Ereignis bewerten, sind aus Sicht der Veranstalterin kein echtes Mehr an Risiko.
Spielplan, Turnierverlauf und warum die Quoten sich bewegen
Die WM 2026 war das grösste Turnier der Geschichte: 48 Nationen in zwölf Vierergruppen, dann eine K.-o.-Runde, die mit einem Sechzehntelfinale begann, bevor Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und Endspiel folgten. Das Endspiel fand am 19. Juli 2026 in East Rutherford statt; Spanien hatte im Halbfinale Frankreich 2:0 geschlagen, Argentinien England 2:1. Im Spiel um Platz 3 in Miami Gardens unterlag England Frankreich mit 4:6. Der Modus mit Sechzehntelfinale verlängert die K.-o.-Phase, schafft zusätzliche Spiele und damit zusätzliche Wettmöglichkeiten.
Quoten auf den Turniersieger entwickeln sich über Monate. Frühquoten, oft zwölf bis achtzehn Monate vor Turnierbeginn, sind hoch, weil die Veranstalterin das Risiko vieler möglicher Sieger einkalkuliert; je näher das Turnier rückt, desto mehr Informationen fliessen ein – Kader, Verletzungen, Form, Auslosung – und die Quoten passen sich an. Wer früh auf einen klaren Favoriten setzt, akzeptiert eine niedrigere Quote, weil der Markt noch unsicher ist; wer spät setzt, bekommt die Quote, die der Markt nach allen verfügbaren Informationen für angemessen hält.
Die nächste Fussball-Weltmeisterschaft findet 2030 in Spanien, Portugal und Marokko statt, 2034 in Saudi-Arabien. Quoten für die WM 2030 sind also früh verfügbar, aber sie tragen eine hohe Unsicherheit in sich: Solange kein Kader, keine Auslosung und keine Testspiele stattgefunden haben, ist die Spanne der plausiblen Sieger breit. Wer auf «Wer wird Weltmeister 2030» setzt, wettet weniger auf eine konkrete Mannschaft als auf ein grobes Bild – und bezahlt dafür die Marge einer Quote, in der die Veranstalterin viel Spielraum hat.
Vergleich der Anbieter: bewilligt, ohne Bewilligung, was im Einzelfall zählt
In der Schweiz dürfen Sportwetten nur zwei Veranstalter anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip in der Deutschschweiz, in Teilen des Tessins sowie in Liechtenstein, und Loterie Romande mit Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen. Jeder Anbieter bedient nur sein Vertragsgebiet; ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz im jeweiligen Gebiet möglich. Wer in Genf wohnt, kann nicht bei Sporttip spielen; wer in Zürich wohnt, nicht bei Jouez Sport.
Ausländische Anbieter wie BetAlright, myBet, GG Bet, HighFlyBet, Rabona, Sportuna, 1xBet oder X3Bet tauchen regelmässig in Werbung und Vergleichsportalen auf. Sie besitzen keine Schweizer Bewilligung; eine Lizenz aus Curaçao, Malta, Deutschland oder Kanada hat hier keine Geltung (Art. 4 BGS). Die Gespa führt eine Sperrliste mit Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren; Ende 2025 standen 671 Domains auf der Liste, darunter nach genannten Beispielen auch grosse Namen wie bet365. Wer eine ausländische Plattform nutzt, spielt ohne Schweizer Schutz, ohne Eintrag im Schweizer Spielsperren-Register, ohne Schweizer Rechtsweg.
Die nachfolgende Tabelle ordnet die Akteure ein, die in der Schweiz tatsächlich erreichbar sind – oder es sein könnten:
| Anbieter | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalter / ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Bewilligung als Grossspiel (BGS) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel – Aufsicht: Gespa |
| Loterie Romande Jouez Sport | Bewilligung als Grossspiel (BGS) | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) – Aufsicht: Gespa |
| BetAlright | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz nicht feststellbar |
| myBet | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz nicht feststellbar |
| GG Bet | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz nicht feststellbar |
| HighFlyBet | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz nicht feststellbar |
| Rabona | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz nicht feststellbar |
| Sportuna | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz nicht feststellbar |
| 1xBet | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz nicht feststellbar |
| X3Bet | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: Tobique (Kanada) – in der Schweiz ohne Geltung |
Die ausgewiesenen Lizenzen der ausländischen Anbieter sind im Rahmen dieser Recherche nicht zweifelsfrei feststellbar; genannt werden sie hier nur, soweit sie in Drittquellen auftauchen. Eine ausländische Lizenz begründet in der Schweiz keinen Schutz.
Swisslos Sporttip ist der zentrale Anbieter für die Deutschschweiz. Die Genossenschaft mit Sitz in Basel organisiert Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Im Geschäftsbericht 2025 weist Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio. aus, davon CHF 506 Mio. für die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. für die Stiftung Sportförderung Schweiz; die Sportwetten trugen CHF 109 Mio. bei, im Vorjahr waren es CHF 122 Mio. Das Wettprogramm deckt die übliche Breite ab: Pre-Match, Livewetten, Kombiwetten, Systemwetten, Cash-Out, Quotenboosts und Profitboosts. Quotenboosts gelten nur online, nur für Pre-Match-Einzelwetten auf eine Voraussage und nur einmal pro Wettenden; bei Cash-Out verfällt der Boost. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 1’000, pro Systemwette bei CHF 10’000. Für Wettende aus dem Swisslos-Gebiet ist das die einzige legale Adresse; wer hier spielt, ist im Schutz des BGS.
Loterie Romande Jouez Sport ist das Gegenstück für die Romandie. Der Veranstalter mit Sitz in Lausanne bedient die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, unterhält 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Das Online-Angebot heisst Jouez Sport, das Produkt ist ebenfalls eine bewilligte Sportwette unter dem BGS. Wer in der Romandie wohnt, hat hier seine reguläre Adresse. Funktional bewegt sich das Angebot in einem ähnlichen Rahmen wie bei Sporttip; Unterschiede liegen eher im konkreten Wettprogramm und in der Gestaltung der Quotenboosts als in den Regeln.
BetAlright, myBet, GG Bet, HighFlyBet, Rabona, Sportuna, 1xBet, X3Bet – die ausländischen Marken, die in der Schweizer Werbung sichtbar werden, haben keine Schweizer Bewilligung. Sie werben aggressiv mit Bonusangeboten, die in der Schweiz verboten wären (Art. 74 Abs. 3 BGS), und sie zahlen Gewinne auf Zahlungswege aus, die in der Schweiz für bewilligte Anbieter nicht zulässig sind. Wer dort spielt, spielt ohne Schutz: keine Schweizer Spielsperre, kein Schweizer Rechtsweg, im Konfliktfall ausländisches Recht. Im Gewinnfall hängt die Besteuerung von der kantonalen Praxis ab; der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als steuerbares Einkommen. Die Domains solcher Anbieter können auf der Gespa-Sperrliste stehen; wer den Zugang sucht, läuft in eine DNS-Sperre.
Schweizer Recht: wer wettet, wo wettet, wer schützt
Die Rechtslage in der Schweiz ruht auf dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51), in Kraft seit 1. Januar 2019, und der Interkantonalen Vereinbarung Geldspiele (Geldspielkonkordat, in Kraft 1. Januar 2021). Die Aufsicht führt die Gespa mit Sitz in Bern, nicht die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Sportwette ist im Schweizer Recht ein Grossspiel (Art. 3 lit. c und e BGS) und braucht eine Veranstalterbewilligung sowie eine Spielbewilligung (Art. 21–25 BGS); die Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).
Die Kantone haben in der interkantonalen Vereinbarung festgelegt, dass nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten dürfen: Swisslos und Loterie Romande. Andere Marken – auch solche mit einer Lizenz aus einem EU-Staat – sind in der Schweiz nicht zugelassen. Wer in der Schweiz wettet, wettet bei einer dieser beiden Stellen, sofern er im entsprechenden Vertragsgebiet wohnt. Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist eine Widerhandlung (Art. 74 Abs. 3 BGS) und kann mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft werden (Art. 131 BGS).
Wettberechtigt sind Personen ab 18 Jahren. Eine Online-Registrierung bei Swisslos verlangt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Gebiet, das Mindestalter 18, keine bestehende Spielsperre und eine eindeutige Identität – die Daten werden aus einem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Pro Person ist nur ein Konto zulässig. Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen; wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Ausländische Anbieter kennen diese Anforderungen nicht in derselben Strenge; sie verlangen oft nur eine E-Mail-Adresse und ein Passwort.
Die Steuerlage teilt das Bild: Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag, der pro Gewinn gilt. Der Bund setzt die Schwelle seit dem 1. Januar 2026 auf CHF 1’071’000; die kantonalen Schwellen unterscheiden sich, weshalb die zutreffende Formulierung «je nach Kanton» lautet. Über der Schwelle behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden können. Die allermeisten Wettenden bleiben deutlich unter der Schwelle und zahlen weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer auf ihre Wettgewinne. Eine Wettsteuer auf den Einsatz existiert in der Schweiz nicht.
Spielerschutz, Verlustlimiten und Pausen, die das Tempo drosseln
Die Schweiz setzt beim Spielerschutz auf Eigenverantwortung mit klaren Werkzeugen. Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; die Obergrenze liegt bei CHF 9’999 pro Tag, Woche oder Monat, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung des Limits greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – eine bewusste Sperre gegen das impulsive Hochsetzen direkt nach einem Verlust. Zusätzlich kann eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage gesetzt werden.
Wer sich pausieren will, kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos, Online-Casinos und in Liechtenstein. Das ist der entscheidende Unterschied zu ausländischen Anbietern: Die Schweizer Spielsperre ist behördenübergreifend wirksam, eine ausländische Plattform erkennt sie nicht.
Die Gespa hat 2025 an 200 Verkaufsstellen Testkäufe durchgeführt und festgestellt, dass in 47.5 % der Fälle an Minderjährige verkauft wurde. Das ist kein Grund, das System als wirkungslos abzutun, aber ein Hinweis darauf, dass die Kontrolle an der Verkaufsstelle nicht perfekt ist. Wer als Minderjähriger in der Verkaufsstelle erwischt wird, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS). Bei Online-Wetten ist die Kontrolle dichter, weil die Verifizierung beim Kontoerstellen passiert.
Krypto, Anonymität und warum beides in der bewilligten Schweiz nicht vorkommt
Wer mit Bitcoin, Ethereum oder USDT auf eine Fussball-WM wetten will, hat in der Schweiz keine legale Adresse. Das BGS verlangt, dass Gewinne und Saldi nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt werden (Art. 50 Abs. 2 VGS); anonyme Auszahlungen und Krypto-Auszahlungen sind in der bewilligten Schweiz nicht zulässig. Kreditgewährung an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Damit ist die Zahlungsmechanik klar: das Konto gehört einer identifizierten Person, die Auszahlung geht auf ein Konto, das auf denselben Namen lautet.
Krypto-Wetten fallen nicht in den Schutz des BGS. Wer auf einer Plattform mit Bitcoin einzahlt, spielt ohne Schweizer Spielsperre, ohne Schweizer Rechtsweg und im Konfliktfall nach ausländischem Recht. Die Gespa kann die Domain der Plattform auf die Sperrliste setzen, was den Zugang aus dem Schweizer Netz erschwert; ein VPN umgeht die Sperre, ändert aber nichts an der Rechtslage. Wer auf einer ausländischen Krypto-Plattform spielt, spielt im Rechtssinne in einem Drittstaat.
Rechenbeispiel: was die Marge einer Quote konkret bedeutet
Drei Quoten für ein fiktives WM-Spiel: 2.10 für Heimsieg, 3.40 für Unentschieden, 3.60 für Auswärtssieg. Wer auf den Heimsieg setzt, erhält im Erfolgsfall 2.10 mal Einsatz zurück. Wer auf Unentschieden setzt, 3.40 mal. Wer auf Auswärtssieg setzt, 3.60 mal. Die Auszahlungsquote – also der Anteil, den die Veranstalterin im Schnitt an alle Spielenden zurückzahlt – ergibt sich aus der Kehrwertsumme der Quoten:
1 ÷ (1/2.10 + 1/3.40 + 1/3.60) ≈ 0.9040, also rund 90.4 %.
Die Marge ist 1 minus 90.4 %, also etwa 9.6 %. Auf den ersten Blick klein, im Mittel entscheidend: Wer langfristig auf diese Quoten setzt, verliert rund jeden zehnten Franken wieder. Eine typische Annahme, kein Einzelfall. Die Marge ist nicht der «Gewinn der Veranstalterin im Einzelfall», sondern der durchschnittliche Anteil, der über alle Wetten hinweg bei der Veranstalterin bleibt.
Die Bandbreite gilt für ein illustratives 1X2-Markt-Beispiel; Livewetten und Spezialmärkte (Torschützenkönig, Gruppensieger) liegen häufig höher, Favoritenmärkte und späte Pre-Match-Quoten oft niedriger. Wer Quoten vergleicht, sollte immer die Marge mitdenken, nicht nur den Spitzenwert.
Häufige Fragen zur WM-Wette in der Schweiz
Wo darf in der Schweiz legal auf den Weltmeister gewettet werden?
Nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip in der Deutschschweiz, im Tessin und in Liechtenstein sowie Loterie Romande mit Jouez Sport in den Westschweizer Kantonen. Beide besitzen eine Bewilligung als Grossspiel unter dem BGS, die Aufsicht führt die Gespa. Ausländische Lizenzen – Curaçao, Malta, Deutschland, Tobique – haben in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS).
Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet?
Rückzahlung = Einsatz × Quote, Nettogewinn = Einsatz × (Quote − 1). Bei einer Quote von 3.40 und einem Einsatz von CHF 20 sind das CHF 68 Rückzahlung und CHF 48 Gewinn. Die Marge der Veranstalterin ist in der Quote bereits eingepreist; sie ergibt sich aus 1 minus der Auszahlungsquote, also 1 minus der Kehrwertsumme aller Quoten des Marktes.
Wer richtet die Fussball-WM 2030 aus, und was taugen frühe Quoten?
Die WM 2030 wird in Spanien, Portugal und Marokko ausgetragen, die WM 2034 in Saudi-Arabien. Quoten Jahre vor dem Turnier tragen eine grosse Unsicherheit: Solange kein Kader, keine Auslosung und keine Formkurve vorliegen, ist die Spanne plausibler Sieger breit. Die Marge bei solchen Langzeitmärkten ist entsprechend hoch, was die Quote dämpft und den Wert der Wette schmälert.
Muss eine Wettart wie der Torschützenkönig auf der Gespa-Liste stehen?
Ja. Die Gespa führt eine geschlossene Liste erlaubter Sportereignisse, Wettbewerbe und Wettarten. Was nicht auf der Liste steht, darf in der Schweiz nicht angeboten werden. Die Liste (Stand 10.09.2026) enthält Eckball- und Kartenmärkte nicht, und ein Esports-Abschnitt fehlt.
Sind Gewinne aus Weltmeisterwetten in der Schweiz steuerpflichtig?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag – CHF 1’071’000 auf Bundesebene ab dem 1. Januar 2026, kantonal unterschiedlich («je nach Kanton»). Die meisten Wettenden bleiben weit unter der Schwelle. Über der Schwelle zieht die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ab. Eine Wettsteuer auf den Einsatz existiert in der Schweiz nicht.
Warum zahlen Schweizer Anbieter Gewinne nur auf ein Konto im eigenen Namen aus, und was gilt für Krypto?
Das BGS verlangt die Auszahlung auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS), anonym oder in Kryptowährungen ist im bewilligten Markt nicht möglich. Ausländische Krypto-Plattformen fallen nicht unter das BGS; wer dort spielt, spielt ohne Schweizer Schutz, ohne Spielsperre und ohne Schweizer Rechtsweg.
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Inhalt erstellt vom Team «gratiswetteinfo»
