Quoten auf den EM-Sieger 2026 – zwei Veranstalter, ein geschlossener Markt

Updated Oktober 2026
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Ein Paar Fussballschuhe steht auf einer Holzbank in einer leeren Umkleide, über der Bank hängt ein Handtuch.

Wer nach Wettquoten auf den Sieger der Fussball-Europameisterschaft sucht, landet in der Schweiz automatisch bei zwei Namen: Sporttip von Swisslos und Jouez Sport von Loterie Romande. Mehr zugelassene Veranstalter gibt es nicht, ausländische Marken haben hier keine Bewilligung, und die Quoten, die in Suchmaschinen auftauchen, stammen meist von Seiten, die in der Schweiz gar nicht spielen dürfen. Wer eine Siegerwette platzieren will, sollte zuerst verstehen, wie diese Quoten entstehen, was die Marge darin bedeutet, und was im Hintergrund an Schutzmechanismen greift – oder eben nicht greift, wenn man bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung landet.

Im EM-Finale 2024 am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin besiegte Spanien England mit 2:1 und gewann seinen vierten EM-Titel.

Stand: Oktober 19, 2026 · Geprüft gegen die Gespa-Liste (Bewilligungen und Sperrliste) sowie die Spielregeln von Sporttip und Jouez Sport.

Die zwei Schweizer Veranstalter im Überblick

Die Auswahl ist in der Schweiz denkbar knapp, und das ist nicht das Ergebnis eines Marktes, der sich sortiert hätte, sondern einer politischen Entscheidung: Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Wer hier wettet, wettet bei einem von beiden, und wer das nicht möchte, weicht auf ausländische Anbieter aus – mit den Konsequenzen, die das Kapitel zur Rechtslage schildert.

Ein Tennisplatz aus Sand liegt im Morgengrauen still da, Nebel hängt über der Grundlinie und dem aufgespannten Netz.
Die Fussball-Europameisterschaft 2028 findet mit 24 Nationen statt; Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London.

Swisslos Sporttip

Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel und führt Sportwetten unter dem Produktnamen Sporttip durch, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Der Einzugsbereich umfasst die Deutschschweizer Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt, kann online ein Konto eröffnen, alle anderen nicht.

Die Spielregeln, Version 4.2, gelten seit 2026 und regeln die Eckwerte jeder Wette: Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos darf diese Limiten jederzeit und ohne Begründung anpassen – wer einen höheren Einsatz absendet, dessen Wette wird schlicht nicht angenommen. Eine Wette über die Limite gibt es nicht.

Loterie Romande Jouez Sport

Loterie Romande bedient die Westschweiz mit Produktnamen Jouez Sport, zuständig für die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sitz in Lausanne, Avenue de Provence 14, mit über 2’300 Verkaufsstellen und rund 220 Mitarbeitenden. Die Online-Registrierung setzt Wohnsitz im eigenen Vertragsgebiet voraus, das bei einem Deutschschweizer Konto schon aus formalen Gründen nicht funktioniert.

Beim Einsatzrahmen liegen die Beträge tiefer: Mindesteinsatz online CHF 2 (Verkaufsstellen CHF 3), Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500. Bei Multiples, also Wettscheinen mit mehreren kombinierten Wetten, darf der Gesamteinsatz CHF 7’500 nicht übersteigen. Dafür ist die maximale Auszahlung grosszügiger: bis CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette, bis CHF 1’000’000 für die Summe aller Gewinne eines Multiples.

Was die Quoten beider Veranstalter gemeinsam haben

Beide Produkte kennen Cash-Out, Kombiboost und Quotenboosts, beide ziehen Auszahlungen nur auf ein Konto im eigenen Namen, beide verlangen vor der ersten Wette verpflichtende Verlustlimiten. Und beide bauen in jede angezeigte Quote eine Marge ein, den Lohn des Veranstalters: Wer bei einem Zweier-Markt mit hypothetischen 1.90 zu 1.90 rechnet, bekommt das ausbezahlt, was nach Abzug der Marge übrig bleibt. Bei 1.90 / 1.90 liegt die Auszahlungsquote rechnerisch bei rund 52.6 %, die Marge bei etwa 47.4 % – ein Wert, der in der Realität nie so hoch ausfällt, aber das Grundprinzip verdeutlicht: Die Quoten sind keine Wahrscheinlichkeiten, sie sind Preise, und der Preis enthält den Gewinn des Anbieters.

Veranstalter Schweizer Bewilligung Verbreitungsgebiet
Swisslos (Sporttip) Veranstalter- und Spielbewilligung BGS, Aufsicht Gespa Deutschschweiz, Tessin, Liechtenstein
Loterie Romande (Jouez Sport) Veranstalter- und Spielbewilligung BGS, Aufsicht Gespa Westschweiz (FR, GE, JU, NE, VD, VS)

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Wer bei der Suche nach EM-Sieger-Quoten auf Namen wie Rollbit, Bruce Bet, BetLabel, Betscore, Betovo, ZotaBet, N1 Bet oder AmunRa stösst, sieht zwar teilweise attraktive Quoten, sollte aber wissen, was da fehlt. Keiner dieser Anbieter verfügt über eine Schweizer Bewilligung, denn nur Swisslos und Loterie Romande dürfen hier Sportwetten anbieten. Eine ausländische Lizenz – aus Curaçao, Malta, Deutschland oder anderswo – hat in der Schweiz keine Rechtskraft.

Was das praktisch bedeutet

Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist nicht an die Spielsperre-Datenbank angeschlossen, kennt keine Schweizer Limitensetzung und bietet im Streitfall keinen Schweizer Rekurs. Die Gespa führt eine Sperrliste solcher Domains; Schweizer Internetprovider sperren sie auf DNS-Ebene, und der Anbieter weicht unter neuen Adressen aus. Wer dort spielt, tut das auf eigenes Risiko: Gewinne können im Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und die kantonale Steuerpraxis – insbesondere Thurgau – behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen ohne Freibetrag. Es gibt keine Aufsicht, keine Spielsuchtprävention nach Schweizer Standard und keinen Verbraucherschutz.

Warum sie hier trotzdem erwähnt werden

Sie tauchen in der Realität der Wettenden auf: in sozialen Medien, in Werbung über ausländische Kanäle, in Vergleichsportalen, die nicht zwischen zugelassenen und nicht zugelassenen Anbietern unterscheiden. Wer sie nicht kennt, kann nicht abwägen. Die Bewertung fällt hier eindeutig aus: Ohne Schweizer Bewilligung ist der Anbieter in der Schweiz nicht legal, und die Quoten, die er zeigt, lassen sich nicht mit den Preisen von Sporttip oder Jouez Sport vergleichen, weil die Rahmenbedingungen fundamental anders sind. Auf eine Reihung nach Quotenhöhe wird hier bewusst verzichtet, weil ein tieferer Preis bei einem Anbieter mit Aufsicht oft mehr wert ist als ein höherer Preis bei einem Anbieter ohne Schutz.

Rechtslage: Wetten auf den EM-Sieger in der Schweiz

Wer in der Schweiz eine Siegerwette auf die nächste Fussball-Europameisterschaft platzieren will, bewegt sich in einem stark regulierten Rahmen. Das ist die eine Seite der Medaille, die andere Seite ist, dass dieser Rahmen wenig Auswahl lässt.

Ein Smartphone liegt mit der Rückseite nach oben auf einem Kaffeehaustisch neben einer Tasse und einem Löffel.
Bei der Fussball-Europameisterschaft 2024 erzielten sechs Spieler je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz.

Das Geldspielgesetz und die Rolle der Gespa

Online-Sportwetten gelten im Schweizer Recht als Grossspiel und fallen unter das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Aufsichtsbehörde ist nicht die ESBK – die ist nur für Spielbanken zuständig –, sondern die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und pro Spiel eine Spielbewilligung, und sie gilt nur in der Schweiz. Das ist die formale Grundlage dafür, dass ausländische Marken hier nichts ausrichten können.

Die Gespa-Liste der erlaubten Wetten

Was gewettet werden darf, steht in einer geschlossenen Liste der Gespa. Die Liste nennt erlaubte Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen, sie wird regelmässig angepasst, und sie enthält keine Eckball- oder Kartenmärkte und keinen E-Sport-Bereich. Eine Siegerwette auf den Europameister gehört zum Standardrepertoire eines Grossspiels und ist grundsätzlich zulässig; was nicht in der Liste steht, ist nicht erlaubt. Die Liste ist keine Empfehlung, sondern eine abschliessende Erlaubnis.

Wer mitmachen darf und wer nicht

Eine Online-Registrierung bei Swisslos oder Loterie Romande verlangt Volljährigkeit, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet des jeweiligen Veranstalters, eine einmalige Anmeldung pro Person und ein Ausweisdokument, das gegen Adressdatenbanken geprüft wird. Wer im anderen Sprachraum wohnt, kann sich beim anderen Veranstalter nicht registrieren. Wer ausgewiesen ist, hat keinen Zugang – die Spielsperre wird schweizweit registriert und gilt auch für Spielbanken sowie das Fürstentum Liechtenstein.

Werbung und der strafrechtliche Rahmen

Werbung für Geldspiele darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten; Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Geldspiele ist verboten und kann mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet werden. Das Strafgesetz kennt eine Freiheitsstrafe bis drei Jahre, bei gewerbsmässigem Handeln bis fünf Jahre, für das Anbieten ohne Bewilligung. Der Spielende selbst wird nicht bestraft – das Strafrecht zielt auf den Anbieter –, aber Gewinne können im Strafverfahren eingezogen werden, und ohne Schweizer Bewilligung gibt es im Streitfall kein schweizerisches Rekursverfahren.

Schutz vor Verlusten: Limiten und Sperren

Ein Turnier mit 24 Mannschaften, 51 Spielen und gut zwei Wochen Dauer produziert viele Wetten hintereinander. Wer hier ohne Leitplanken unterwegs ist, läuft Gefahr, in eine Verlustspirale zu geraten, die nichts mehr mit Sportverständnis zu tun hat. Die Schweiz setzt bei Grossspielen nicht auf staatliche Verlustdeckel, sondern auf selbst gesetzte Limiten und Sperren – mit unterschiedlichen Fristen und Wirkungen.

Verlustlimiten, die jeder setzen muss

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme verlangt Swisslos die Festlegung von Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, mit einer Obergrenze von CHF 9’999 pro Periode und einer Limite von CHF 1’000 für unter 21-Jährige. Eine Senkung der Limite greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – die Karenzzeit ist ein Schutz gegen impulsive Anpassungen. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Das Gesetz schreibt eine Karenzzeit von 24 Stunden vor; Swisslos und Loterie Romande ziehen die Schraube mit 72 Stunden enger.

Sperren, die ins Register eingetragen werden

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne vorzeitige Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Spielbanken und das Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden, unter Einbezug einer Fachstelle. Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn – wer trotzdem spielt, verliert beides.

Warum das nicht alleine reicht

Die Gespa hat 2025 an 200 Verkaufsstellen Testkäufe durchgeführt: In 47.5 % der Fälle wurde an Minderjährige eine Sportwette verkauft. Die Kontrolle an Verkaufsstellen ist nicht so dicht, wie die Werbung vermuten lässt. Die eigenen Limiten bleiben der wirksamste Schutz, den ein Spielender selbst in der Hand hat.

Ein- und Auszahlungen bei Sporttip und Jouez Sport

Beide Schweizer Veranstalter wickeln Gewinne und Guthaben ausschliesslich über ein Konto auf den eigenen Namen ab. Anonyme Auszahlungen, Kryptowährungen, Drittkonten – alles, was bei ausländischen Anbietern gang und gäbe ist, fällt hier weg. Die Folge: langsamere, aber dafür nachvollziehbare Geldflüsse.

Kontoführung in CHF, nicht Euro

Sporttip und Jouez Sport führen Konten in CHF. Das schliesst Wechselkursverluste und -gebühren aus, die bei ausländischen Anbietern üblich sind, deren Hauswährung der Euro ist. Einzahlungen aus dem SEPA-Raum in Euro werden in der Regel vom kontoführenden Institut in Franken umgerechnet; der Wechselkurs ist dann nicht Sache des Wettanbieters.

Gewinne nur auf das eigene Konto

Die Spielregeln beider Veranstalter binden Auszahlungen an das Konto, das bei der Registrierung hinterlegt wurde. Die Verordnung zum Geldspielgesetz schreibt das zusätzlich fest: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers überwiesen. Eine Auszahlung auf das Konto der Partnerin, des Bruders oder auf ein gemeinsames Konto ist nicht zulässig – das Konto muss auf die registrierte Person lauten.

Kredit und Dispo sind ausgeschlossen

Das Gesetz verbietet die Kreditgewährung an Spielende. Wer mit dem Guthaben auf dem Wettkonto ins Minus rutscht, hat kein Recht auf einen Kredit des Veranstalters; wer die Wette mit einem Privatkredit finanziert, macht das ausserhalb der Regulierung. Bargeldtransfers an Verkaufsstellen sind möglich, online nicht – das verhindert anonyme Einzahlungen und gibt der Aufsicht eine vollständige Geldflusshistorie.

Siegerquoten lesen: Wahrscheinlichkeit und Marge

Eine Quote von 6.00 auf Spanien sagt nicht, dass Spanien mit einer Wahrscheinlichkeit von 16.67 % gewinnt. Sie sagt, dass der Markt – in diesem Fall der Veranstalter – für jeden eingesetzten Franken sechs zurückzahlt, falls Spanien Europameister wird. Die implizite Wahrscheinlichkeit ist eine Rechnung, kein Versprechen.

Von der Quote zur Wahrscheinlichkeit

Die Umrechnung ist einfach: 1 geteilt durch die Quote. Bei 6.00 ergibt das 16.67 %, bei 2.50 ergibt das 40 %, bei 1.20 ergibt das 83.3 %. Siegerquoten für Europameisterschaften liegen üblicherweise zwischen 4.00 und 12.00 für die Favoriten und weit darüber für Aussenseiter. Addiert man die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller angebotenen Mannschaften, kommt fast immer mehr als 100 % heraus – und genau dieser Überschuss ist die Marge des Veranstalters.

Wie die Marge den Preis auflädt

Eine faire Wette ohne Marge hätte bei einem Zweier-Markt Quoten von 2.00 zu 2.00. Die Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten wäre 100 %, die Auszahlungsquote ebenfalls 100 %, und der Anbieter würde nichts verdienen. In der Realität zeigen Anbieter Quoten von 1.90 zu 1.90, die Summe der Wahrscheinlichkeiten liegt dann bei 105.3 %, die Auszahlungsquote bei 95 %, die Marge bei 5 %. Bei höhermargigen Märkten – wie Siegerwetten, wo viele Mannschaften im Angebot stehen – liegt die Marge leicht darüber. Bei 1.80 zu 1.80 läge die Auszahlungsquote rechnerisch bei 55.6 %, die Marge bei 44.4 %. Bei einem realen Markt mit 24 Mannschaften multiplizieren sich diese Effekte.

Was das für die Wahl des Marktes bedeutet

Je höher die Marge, desto weniger vom Einsatz wird im Durchschnitt zurückgezahlt. Bei einer Auszahlungsquote von 90 % verliert der Markt langfristig 10 % des Umsatzes; bei 80 % sind es 20 %. Wer viele kleine Wetten platziert, spürt den Unterschied stärker als jemand, der einmal einen Sieger tippt und den Zettel abgibt. Wer die Marge vergleicht, vergleicht das, was wirklich zählt: das, was nach vielen Wetten vom Einsatz übrig bleibt. Bei einem reinen Sieger-Markt mit 24 Mannschaften liegt die typische Marge der Schweizer Veranstalter nicht offen, aber die Logik bleibt dieselbe: Die Quoten sind Preise, und der Preis enthält den Lohn des Anbieters.

Welche Wetten es auf den EM-Sieger gibt

Eine Europameisterschaft bietet nicht nur die Siegerwette. Wer auf das Turnier blickt, kann auf verschiedene Märkte setzen – jeder mit eigenen Quoten, eigener Marge und eigenen Risiken.

Siegerwette, Gruppensieger, Torschützenkönig

Die Siegerwette ist die einfachste Form: Wer wird Europameister? Die Quote hängt an der Wahrscheinlichkeit – und an der Marge. Gruppensiegerwetten fragen, wer eine der sechs Vierergruppen gewinnt, und sind in der Regel schärfer kalkuliert, weil die Felder kleiner sind. Die Wette auf den Torschützenkönig kommt hinzu, sobald die Kader nominiert sind, mit höheren Quoten auf Stürmerinnen und Stürmer, die in starken Mannschaften spielen. Bei einer Europameisterschaft mit 24 Teams und über 50 Spielen gibt es für jeden Markt eine ausreichende Zahlengrundlage.

Was Cash-Out bei einer Langzeitwette taugt

Sporttip bietet Cash-Out auch für Langzeitwetten an – also auch für eine Siegerwette, die noch nicht entschieden ist. Funktioniert nur online, nur als vollständiger Cash-Out, nicht als Teilauszahlung, und ohne Garantie, dass der Markt verfügbar bleibt. Wer seine Meinung ändert oder eine Vorentscheidung absichern will, kann die Wette vorzeitig auslösen, bekommt aber nicht den vollen Gewinn, sondern den vom Anbieter kalkulierten Zwischenwert. Cash-Out ist eine Funktion, kein Geschenk – der Anbieter zieht seine Marge auch aus dem vorzeitigen Ausstieg.

Livewetten und das Risiko der Spielverzögerung

Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Wer auf ein Ereignis wettet, das schon passiert ist, dessen Wette wird mit Quote 1.00 gewertet – der Einsatz wird zurückgezahlt, ein Gewinn fällt nicht an. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheidungen kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten, um Wetten auf den Ausgang zu verhindern, der gerade eingetreten ist.

Steuern auf Wettgewinne in der Schweiz

Ein Gewinn aus einer Siegerwette ist nicht automatisch steuerfrei, aber in der Praxis für die allermeisten Wettenden steuerfrei. Wer den Steuerfreibetrag überschreitet, bekommt es mit dem Bund und dem Kanton zu tun.

Der Freibetrag und die Verrechnungssteuer

Wettgewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen – die ESTV nennt ausdrücklich die Sportwetten – sind bis zu einem Freibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Auf Bundesebene liegt der Freibetrag seit dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400); auf kantonaler Ebene ist er unterschiedlich, weshalb die Auszahlung «je nach Kanton» erfolgt, nie eine einzelne Zahl als allgemeingültig dargestellt wird. Wer den Freibetrag überschreitet, zahlt 35 % Verrechnungssteuer, die der Veranstalter direkt abzieht und über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann.

Was ein typischer Wettender tatsächlich zahlt

Die allermeisten Wettenden gewinnen nie einen Betrag in der Nähe des Freibetrags. Eine Siegerwette zu CHF 5 mit Quote 8.00 bringt CHF 40 zurück, das ist weit unter jeder Schwelle. Wer also nicht gerade mit einem hohen Einsatz auf einen sehr hohen Gewinn setzt, hat mit dem Fiskus nichts zu tun. Es gibt keine Wettsteuer auf den Einsatz – die Schweiz besteuert Gewinne, nicht Wetten.

Gewinne ausländischer Anbieter

Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gewinnt, fällt nicht unter die Verrechnungssteuer, weil kein Schweizer Veranstalter sie abzieht. Die kantonale Steuerpraxis behandelt solche Gewinne aber unterschiedlich: Thurgau etwa besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen vollständig, ohne Freibetrag. Wer im Kanton Thurgau wohnt und bei einem ausländischen Anbieter spielt, sollte sich vor der Auszahlung über die steuerliche Behandlung informieren. Allgemein gilt: Bei Unsicherheit fragen Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung.

Strategie: Vom Favoriten zum Aussenseiter

Wer die Quoten studiert, kann viel über die Erwartungen des Marktes lernen – aber auch darüber, wo die eigenen Überzeugungen vom Markt abweichen. Die Kunst liegt nicht darin, den Favoriten zu finden, sondern darin, den eigenen Wert zu erkennen.

Was eine Quote über das Turnier verrät

Wenn Spanien bei 5.00 steht, Deutschland bei 6.50, Frankreich bei 7.00 und England bei 8.00, schätzt der Markt Spanien als knappen Favoriten ein. Die Quoten sind Ausdruck kollektiver Erwartung: Buchmacher, professionelle Wettende und die impliziten Annahmen der Hausmarge. Wer eine Quote für zu hoch oder zu niedrig hält, hat eine Meinung gegen den Markt. Wer das konsequent durchhalten will, braucht einen Vorteil, der über das Bauchgefühl hinausgeht – Datenanalyse, Verletzungsinformationen, taktisches Verständnis der Mannschaft.

Warum der klare Favorit trotzdem verliert

Europameisterschaften sind K.-o.-Turniere mit kurzen Serien. Eine starke Mannschaft kann im Achtelfinale ausscheiden, ein Aussenseiter kann ins Halbfinale stürmen, ein Aussenseiter kann das Finale erreichen. Die Quoten spiegeln das teilweise, aber die tatsächliche Streuung der Ergebnisse ist breiter, als die Quoten vermuten lassen. Wer auf den klaren Favoriten setzt, gewinnt oft – und oft nicht genug, weil die Quote tief ist. Wer auf einen Aussenseiter setzt, gewinnt selten – und im Gewinnfall sehr viel. Das ist die Mechanik, nicht ein Geheimnis.

Wie man die Marge als Filter nutzt

Wer Märkte mit niedriger Marge wählt – etwa Asian Handicap oder Doppelte Chance – behält mehr vom Einsatz, weil der Anbieter weniger abschöpft. Wer die Siegerwette wählt, akzeptiert eine hohe Marge, weil der Markt zu 21 Buchmacherquoten gehört und die Summe der Wahrscheinlichkeiten deutlich über 100 % liegt. Das ist kein Argument gegen die Siegerwette, aber ein Argument, sie als das zu behandeln, was sie ist: ein Lotterielos mit sportlichem Anstrich. Wer strategisch spielt, wettet dort, wo die Marge am niedrigsten ist, nicht dort, wo die Quote am höchsten ist.

Häufige Fragen

Wie werden Siegerquoten für die Europameisterschaft berechnet und was bedeutet die Marge darin?

Eine Siegerquote entsteht aus drei Komponenten: der Wahrscheinlichkeitseinschätzung des Veranstalters, der Nachfrage der Wettenden und der Marge, die der Anbieter aufschlägt. Die implizite Wahrscheinlichkeit einer Quote wird mit 1 geteilt durch die Quote berechnet. Eine Quote von 5.00 entspricht 20 %, eine Quote von 10.00 entspricht 10 %. Addiert man die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller angebotenen Mannschaften, liegt die Summe über 100 % – die Differenz ist die Marge, das, was der Veranstalter im Durchschnitt pro Franken Einsatz behält.

Wann findet die nächste Europameisterschaft statt, und welche Ausgabe wurde zuletzt gespielt?

Die letzte Europameisterschaft fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland statt. Spanien besiegte England im Finale im Berliner Olympiastadion mit 2:1 und gewann den vierten Titel der Verbandsgeschichte. Die nächste Europameisterschaft wird vom 9. Juni bis 9. Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland ausgetragen, Eröffnungsspiel in Cardiff, Finale im Wembley-Stadion. Sechs Spieler erzielten bei der Ausgabe 2024 je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz.

Bieten Sporttip und Jouez Sport Wetten auf den Europameister an, und was regelt dazu die Gespa-Liste?

Ja, beide Schweizer Veranstalter bieten Siegerwetten auf die Fussball-Europameisterschaft an. Die Gespa führt eine Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen, und EM-Siegerwetten gehören zum Standardrepertoire. Was nicht in der Liste steht, ist nicht zulässig – etwa Eckball- oder Kartenmärkte oder E-Sport. Eine Siegerwette ist erlaubt, weil sie einen klaren sportlichen Ausgang hat und in der Liste geführt wird.

Wie lässt sich aus einer Quote wie 6.00 die implizite Wahrscheinlichkeit ablesen?

1 geteilt durch die Quote. Bei 6.00 ergibt das 16.67 %, bei 2.50 ergibt das 40 %, bei 1.20 ergibt das 83.3 %. Die so berechnete Wahrscheinlichkeit enthält die Marge des Veranstalters, sie ist also kein neutraler Schätzwert. Eine Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten über alle angebotenen Mannschaften, die deutlich über 100 % liegt, weist auf eine hohe Marge hin, ein niedriger Überschuss auf einen engen Markt.

Wie lange bleibt ein Einsatz auf den Turniersieger gebunden, und kann er vorzeitig ausbezahlt werden?

Eine Siegerwette bleibt bis zum Ende des Turniers gebunden – das sind bei einer Europameisterschaft mehrere Wochen. Sporttip bietet für solche Langzeitwetten Cash-Out an, online, nur als vollständigen Cash-Out, nicht als Teilauszahlung, und ohne Garantie, dass der Markt in jeder Phase verfügbar bleibt. Wer vorzeitig aussteigen will, bekommt den vom Anbieter kalkulierten Zwischenwert, der in der Regel unter dem vollen Gewinn liegt. Ein automatisches Aussteigen bei einem bestimmten Spielstand gibt es nicht.

Wie wird ein Gewinn besteuert, und gilt der Steuerfreibetrag überall gleich oder je nach Kanton?

Wettgewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zu einem Freibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Auf Bundesebene liegt der Freibetrag seit dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000. Der kantonale Freibetrag ist unterschiedlich, weshalb die Auszahlung «je nach Kanton» erfolgt. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Gewinne aus ausländischen Grossspielen unterliegen keiner Verrechnungssteuer, fallen aber je nach Kanton in die Einkommensteuer – Thurgau etwa besteuert sie vollständig ohne Freibetrag.

Inhalt erstellt vom Team «gratiswetteinfo»